Wörth / Kreis Germersheim Grünflächen-Pflege: Unternehmen Merkle & Partner gewinnt Preis

Mona Merkel und Siegbert Merkel verfüttern das heu an die Lamas. .
Mona Merkel und Siegbert Merkel verfüttern das heu an die Lamas. .

Das Wörther Unternehmen Merkle & Partner Biodiversitätsmanagement pflegt kommunale Grünflächen und verzichtet dabei aufs Mulchen. Jetzt hat es den Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2024 gewonnen.

Gemeinsam mit der Stadt Wörth hat das Unternehmen, das von Siegbert Merkle und seiner Tochter Mona Merkle geleitet wird, eine Umstellung der Flächenbewirtschaftung von Mulchen auf traditionelle Mahd umgesetzt. Beim Mulchen werden Pflanzenteile zerschreddert und auf der Fläche belassen, was zu einer Anreicherung von Nährstoffen und einem Verarmen der Pflanzenvielfalt führt. Mit den Pflanzenteilen werden Kleinlebewesen und Insekten abgetötet. Traditionelles Mähen schont hingegen Lebewesen. Die Biomasse wird abgeräumt und zu kleinen Heuballen gepresst. Dadurch werde die Fläche abgemagert und die Ansiedlung von Orchideen und Wildblumen gefördert, teilen die Stadtverwaltung Wörth und das Unternehmen mit. Zudem können Wildkräuter aussamen, und die Brutstätten von Insekten würden geschont. Eine nur wechselweise Mahd der Flächen, die so genannte Streifenmahd, sorge für Überwinterungsquartiere für zahlreiche Insekten. Neben abgemähten Arealen blieben dabei Altgrasstreifen als Schutz- und Nahrungsflächen für Insekten und deren Eier und Larven stehen.

Wiesen nicht totpflegen

Seit mehreren Jahren pflegen die Biologin Mona Merkle und ihr Vater, ein promovierter Biologe, in der Stadt Wörth kommunale Grünflächen mit diesem Mahdkonzept. Nun übernehmen sie diese Aufgabe auch in Rülzheim, Scheibenhardt und Karlsruhe. „Wenn wir den Verlust der Artenvielfalt aufhalten wollen, dürfen wir kommunale Grün-, und Acker- oder Wegrandflächen, die ja überall in großen Mengen zur Verfügung stehen, nicht mehr totpflegen, sondern müssen sie durch ein alternatives Mähkonzept als Lebensraum für Pflanzen und Insekten fördern“, so Mona Merkle.

Heu für die Lamas

Das gepresste Mähgut wird als Tierfutter vermarktet: Das Heu werde hauptsächlich an die Tiere des Pfalz-Lama-Betriebs in Annweiler und an die Lamas der Kurklinik in Bad Langenbrücken verfüttert. Aus dem Kot der Lamas wird wiederum Pflanzendünger produziert.

Der Preis, den das Wörther Unternehmen jetzt erhalten hat, wird jährlich auf Basis von Empfehlungen einer Wissenschaftsjury des Nachrichtensenders n-tv und weiteren Unternehmen vergeben. Überreicht hat ihn die Jurypräsidentin, die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, in Berlin. „Ich freue mich riesig, dass unser in der Stadt Wörth entwickeltes Pflegekonzept nun auf diese Weise geadelt wird“, sagt Bürgermeister Dennis Nitsche. Als Mitglied im Umweltausschuss des Deutschen Städtetags sowie im Präsidium des Deutschen Städte- und Gemeindebunds hatte Nitsche die kommunalen Spitzenverbände über das Wörther Pflegekonzept informiert. Selbst Großstädte wie Essen, Bremen und Erfurt interessieren sich demnach inzwischen für das Pflegekonzept des Wörther Unternehmens.

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