Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Grünes Licht für Freiflächen-Photovoltaik

Die geplante Freiflächen Photovoltaik nahe Winden.
Die geplante Freiflächen Photovoltaik nahe Winden.

Auf über 12 Hektar sollen bei Winden Photovoltaikanlagen installiert werden. Der Anfang wurde schon 2022 gemacht. Nun hat die Verwaltung weitere Flächen freigegeben.

Die Planungen der Ortsgemeinde Winden zur Erweiterung ihrer Photovoltaik-Freiflächenanlage zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 427 können nun weitergehen. Bei seiner jüngsten Sitzung gab der Verbandsgemeinderat Kandel „grünes Licht“ für die hierfür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes. Mit großer Mehrheit, bei Weitem aber nicht, wie bei so vielen Entscheidungen in diesem Gremium, einstimmig. Es gab drei Gegenstimmen und fünf Stimmenthaltungen.

Ortsbürgermeister Peter Beutel (SPD), der ebenso wie sein Kollege Martin Volz (FWG) nicht an der Beratung teilnehmen durfte, war die Erleichterung nach diesem Votum deutlich anzumerken. „Es wird nicht einfach“, hatte er vor Sitzungsbeginn noch seine Einschätzung der RHEINPFALZ anvertraut. Immer wieder hatte er das Vorhaben gegen kritische Einwände verteidigen müssen. Vier Firmen sind an der Umsetzung der Pläne interessiert, wollen hier investieren. Auch der Ortsgemeinderat steht hinter dem Vorhaben.

Schon seit 2022 PV-Anlage aktiv

In Winden wird seit 2022 bereits eine PV-Freiflächenanlage betrieben, auf einer Fläche von 1,63 Hektar. Investor war hier die Ingolstädter Firma Anumar, die den Bau nach vierjähriger Planungszeit in vier Wochen fertiggestellt hatte. Gleich danach wurde die Idee einer Erweiterung geboren. Der Windener Ortsbürgermeister, seit Jahren bemüht um Maßnahmen für die Umsetzung der Energiewende und Teilnehmer an Fachtagungen, Kongressen und Technikmessen, war sofort Feuer und Flamme. Er warb bei Landwirten für die Überlassung des Geländes. Dieses liegt mit rund sieben Hektar auf Windener Gemarkung, weitere 3,81 Hektar befinden sich auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Minfeld.

Insgesamt kämen also weitere 7,03 Hektar für die Erweiterung in Frage, so dass das Gesamtareal für das Sondergebiet Photovoltaik dann 12,47 Hektar groß wäre. In beiden Ortsgemeinderäten gab es für dieses Vorgehen breite Mehrheiten. Bedenken wurden allerdings aus Kreisen der Landwirtschaft angemeldet. Denn die PV-Fläche kann in den nächsten Jahren nicht landwirtschaftlich genutzt werden.

Zwischenzeitlich hatte die Verbandsgemeinde aber eine sogenannte „Potentialanalyse“ durchgeführt und war zum Ergebnis gekommen, dass die in Winden/Minfeld vorgesehene Fläche insgesamt fünf Kriterien erfülle. Allerdings – und hier hakten die Kritiker der Maßnahme ein – liege die Ackerzahl zwischen Bahn und B 427 bei Werten zwischen 60 und 80 und überschreite damit die Grenze von 60, die im Kriterienkatalog festgelegt worden war. Auch ist die vorgesehene Fläche für die PV-Anlage deutlich größer als fünf Hektar.

Verwaltung will Flickenteppich vermeiden

Die Verwaltung in Kandel kam schließlich zum Ergebnis, dass die PV-Anlage auch deshalb ausnahmsweise zu befürworten sei, weil bereits eine Anlage bestehe und man ansonsten keine Möglichkeiten in der Gemarkung Winden sehe. Die Erweiterung sei technisch und wirtschaftlich sinnvoll, helfe der Gemeinde wirtschaftlich. Auch vermeide man einen Flickenteppich durch viele kleine Anlagen. Da ein Teil der Fläche in einem Bereich nahe der Bahn liege und privilegiert sei, könne man dort ohne Genehmigung der Orts- oder Verbandsgemeinde bauen. Zudem könne die Freiflächenanlage nach Ablauf der Nutzungsdauer wieder restlos abgebaut werden.

Der Ausschuss für Klimaschutz hatte zu Beginn des Monats bereits eine positive Empfehlung erteilt. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Hellmuth Varnay, bezeichnete die PV-Freiflächenanlage als Beitrag zur Energiewende. Dies sahen auch Ratsmitglieder der Grünen wie Regine Rhein und Rainer Zimmermann so. Schließlich lasse sich die Anlage wieder abbauen, der Boden könne dann wieder landwirtschaftlich genutzt werden, anders etwa als die Fläche, die durch Neubaugebiete auf Dauer versiegelt werde, so Beigeordnete Ursula Schmitt-Wagner (Grüne). CDU-Fraktionschef Norbert Knauber sah eine Chance für die Ortsgemeinde Winden.

Skeptisch zeigte sich Norbert Kerth (FDP), schließlich gebe es auch auf der anderen Seite der Bahn eine mögliche Fläche für die Erweiterung. Auch Martin Oswald (FWG) bemängelte, dass die Fläche nicht für die Landwirtschaft genutzt werden könne. Oswald verwies auf andere Bereiche, vor allem welche, die bereits versiegelt sind. Dietmar Kolb (SPD), der ebenfalls Bedenken aus landwirtschaftlicher Sicht äußerte, lobte aber auch das Engagement von Beutel für seine Gemeinde. Kerth, Oswald und sein Fraktionskollege Manfred Foos sprachen sich schließlich gegen das Vorhaben aus.

x