Kreis Germersheim Gräfenberghalle soll Flüchtlingsunterkunft werden

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Die Gräfenberghalle in Freckenfeld könnte für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Es wäre die erste Halle im Landkreis, die für diesen Zweck genutzt wird. Der Gemeinderat wird am Dienstag darüber beraten. Die Verbandsgemeinde sieht darin eine Möglichkeit, die bis Jahresende noch ankommenden Flüchtlinge unterzubringen.

Derzeit gibt es in der Verbandsgemeinde Kandel 120 Asylsuchende. Davon sind 20 schon als Asylbewerber anerkannt. Außerdem sind diese Woche wieder sechs weitere angekommen, sagt Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) gegenüber der RHEINPFALZ. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien und Somalia. Bislang konnten alle Menschen in Wohnungen untergebracht werden, auch wenn in einigen Fällen schon Einzelzimmer mit mehreren alleinstehenden Männern belegt sind. „Wir suchen weiter privaten Wohnraum“, sagt Poß. Derzeit werden 18 Wohnungen in Kandel genutzt, je ein Haus in Steinweiler und Vollmersweiler, sowie zwei Wohnungen in Minfeld. In Winden werden künftig gemeindeeigene Räume im Rathaus bewohnt, ab Januar soll eine Privatwohnung in Winden dazukommen. In Steinweiler gibt es noch zwei unbebaute Grundstücke, die der Gemeinde gehören. Dort sollen vielleicht „mobile Bauteile“ errichtet werden, sagt Poß. Keine Container - bei denen es momentan Lieferengpässe gibt – sondern vielleicht Häuser in leichter Holzbauweise. Diese Gebäude sollen dann auch leicht wieder zurückgebaut werden können. Außerdem hat die Verbandsgemeinde erneut Gespräche mit der Stadt Kandel aufgenommen. Dabei geht es um das Gewerbegebiet Östlich der Lauterburger Straße. Die Verwaltung hatte schon einmal angeregt, dort ein Gebäude zu bauen, um Flüchtlinge unterzubringen. Der Stadtrat hatte eine entsprechende Änderung im Bebauungsplan, die eine solche Nutzung erlauben würde, aber abgelehnt. Angesicht der steigenden Zahlen will die Verwaltung nun noch einmal den Stadtrat um Kooperation bitten. Diese Gebäude sollten dann dauerhaft stehen bleiben. Doch selbst wenn der Stadtrat jetzt seine Zustimmung signalisieren sollte, dauert es eine Weile, bis Häuser gebaut sind. Die VG Kandel rechnet in diesem Jahr aber noch mit bis zu 50 weiteren Flüchtlingen. „Wenn die kommen, dann stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt Poß offen. Die Verwaltung bittet deshalb die Ortsgemeinde Freckenfeld, die dortige Gräfenberghalle als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu dürfen. „Für eine Übergangszeit, die man derzeit schlecht definieren kann“, sagt Poß. Die Gräfenberghalle werde derzeit nur relativ selten von Vereinen oder Gemeinde genutzt, sagt der Verbandsbürgermeister. Deshalb wären hier die Einschränkungen im Vergleich zu anderen Hallen im Gebiet der Verbandsgemeinde gering. Sollte der Gemeinderat am Dienstag zustimmen, würden recht schnell Gespräche mit der Kreisverwaltung folgen müssen. „Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, Sanitäranlagen ...“ zählt Poß die Knackpunkte auf. Er setzt darauf, dass der Katastrophenschutz des Landkreises Betten zur Verfügung stellen könnte. Bei großzügiger Belegung könnten dann bis zu 65 Personen dort untergebracht werden. Für 2016 rechnet die Kandeler Verwaltung noch mit 140 weiteren Asylbewerbern. Bis dahin soll im „Max und Moritz“ in der Rheinstraße eine feste Anlaufstelle etabliert werden, kündigt Poß an. Das „Bistro International“, das einmal pro Woche Flüchtlingen und ihren Unterstützern im Frauen- und Familienzentrum zur Verfügung steht, soll bis dahin in die Rheinstraße umziehen. Die Zimmer im Dachgeschoss sollen bewohnt werden. Im „Max und Moritz“ selbst soll es jeden Tag Beratungsmöglichkeiten, Sprachkurse oder Treffpunkte geben. Er habe schon die Kirchengemeinden, Vereine und andere Organisationen angesprochen, sagt Poß. Termin Gemeinderat Freckenfeld, Dienstag, 29. September, 19 Uhr. Außerdem auf der Tagesordnung: Informationen zur Windenergie, Antrag des Gesangvereins auf den Ausbau des Proberaums. (tnc)

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