Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gottesdienste nicht vor Mitte Mai

Dekan Claus Müller hat die Germersheimer Versöhnungskirche vermessen. Nicht vor Juni werden die Glocken die Gläubigen zum gemein
Dekan Claus Müller hat die Germersheimer Versöhnungskirche vermessen. Nicht vor Juni werden die Glocken die Gläubigen zum gemeinsamen Gebet im Gotteshaus zusammenrufen.

Das Land hat Gottesdienste ab Sonntag wieder erlaubt. Doch die Kirchengemeinden feilen noch an der Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregeln. Einlasskontrolle, Maskenpflicht, Anmeldung – der Gottesdienst bekommt ein neues Gesicht.

Sitzplätze müssen markiert, der Eingang überwacht und Türgriffe desinfiziert werden. Emporen bleiben gesperrt, Name und Adresse der Besucher werden notiert, ein Abendmahl findet nicht statt. So sehen es die Richtlinien der Evangelischen Kirche der Pfalz vor. Über die Starttermine entscheiden die Presbyterien der Gemeinden. „Alle evangelischen Kirchengemeinden bei uns sind in der Diskussion über die Umsetzung der Regeln“, sagt Claus Müller, Dekan im Kirchenbezirk Germersheim. „Und alle sehen große Schwierigkeiten.“ Maskenpflicht, Eingangskontrollen, kein Gesang oder Händedruck zum Friedensgruß und Teilnehmerbegrenzung – das gemeinschaftliche Erlebnis im Gottesdienst werde ein anderes als vor dem Ausbruch des Coronavirus’ sein.

Desinfektionsmittel statt Weihwasser

Das Gotteshaus in seiner Gemeinde, die Versöhnungskirche in Germersheim, hat der Pfarrer bereits am Donnerstag vermessen. Mehr als 25 Menschen werden die Gottesdienste wohl nicht gleichzeitig besuchen können, schätzt er. Zwei Meter Mindestabstand vor-, neben- und hintereinander sind vorgeschrieben. „Um die Richtlinien gut und zuverlässig umsetzen zu können, brauchen wir noch Vorbereitungszeit“, sagt Müller in Abstimmung mit dem Presbyterium. „In der Versöhnungskirche wird es daher frühestens ab Juni wieder Gottesdienste geben.“ Bis Donnerstag hatte er auch von den anderen Gemeinden in seinem Bezirk keine Rückmeldung, dass am Sonntag Gottesdienste stattfinden.

Im Gespräch mit den evangelischen Kollegen vor Ort ist das Pastoralteam um Dekan Jörg Rubeck. „Es bedarf einer gewissen Logistik, unter den kommenden Auflagen Gottesdienste feiern zu können“, sagt der Pfarrer der katholischen Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini, zu der Germersheim, Westheim, Lingenfeld und Schwegenheim gehören. Gottesdienste werden hier am 3. Mai noch nicht gefeiert. Das Bistum Speyer hat ein Schutzkonzept entwickelt, die Vorgaben ähneln denen der Evangelischen Kirche: Abstandsregeln, Zugangskontrolle, Mundschutzpflicht. Die Gläubigen sollen sich zudem zum Gottesdienst anmelden.

Auch in der Pfarrei „Heilige Vierzehn Nothelfer“ Kandel hofft man auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Es ist laut Pfarrer Stanislaus Mach schon entschieden, dass ab dem Wochenende 16./17. Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden. Die Weihwassergefäße bleiben leer, stattdessen steht Desinfektionsmittel bereit. Auf Gesang wird verzichtet.

Nicht jeder bekommt seinen Stammplatz

Wie viele Plätze mit Abstand von 1,50 Meter aus- und zugewiesen werden dürfen, hänge von der Größe der einzelnen Kirchen in Kandel, Minfeld, Schaidt und Steinweiler ab, die in den vergangenen Tagen vermessen wurden. Wegen der begrenzten Anzahl müssen sich die Besucher im Pfarrbüro anmelden. Pfarrer Mach hofft, dass die Gläubigen Verständnis aufbringen, auch wenn nicht jeder an seinem gewohnten „Stammplatz“ sitzen darf. Sowohl die Gläubigen als auch die ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter des Pfarrbüros stehen vor großen Herausforderungen, sagt Stanislaus Mach. Er freue sich aber, dass die Menschen endlich wieder eine Gottesdienstgemeinschaft erleben dürfen. Für Sonntag, 10. Mai, ist in der St. Pius-Kirche einen „Probelauf“ unter Beachtung der Hygiene-Vorschriften geplant – nicht öffentlich.

Zur Sache: Termine in den Pfarreien

Die katholische Pfarrei Kandel orientiert sich am neuen Gottesdienstplan, den der Pfarreirat kurz vor Ausbruch der Corona-Krise beschlossen hatte. Dies bedeutet, dass der Hauptgottesdienst am Samstag, 16. Mai, um 18.30 Uhr in der St. Laurentius-Kirche Minfeld stattfindet. Am Sonntag, 17. Mai, ist der erste Gottesdienst um 9.30 Uhr in St. Leo Schaidt und die zweite Eucharistiefeier um 11 Uhr in St. Martin Steinweiler.

Die katholische Pfarrei Hl. Christophorus (Wörth, Maximiliansau, Büchelberg, Hagenbach) möchte ab Sonntag, 17. Mai, in einer Kirche beginnen. Gemeindereferent Hans-Werner Schottmüller verweist auf die Homepage, um zu erfahren, wo mit dem Gottesdienst begonnen wird.

Die evangelische Christuskirche in Altwörth beginnt am Sonntag. 10. Mai, um 10.15 Uhr mit dem Gottesdienst mit Pfarrer Andreas Pfautsch. Er empfiehlt den Gläubigen, sich „am besten vorher über das Pfarrbüro telefonisch anzumelden“. In Hagenbach startet Pfarrer Pfautsch ebenfalls am 10. Mai, um 9 Uhr.

Pfarrer Walter Riegel von der evangelischen Friedenskirche Wörth wird am kommenden Donnerstag mit seinem Presbyterium besprechen, „wann und wie in geeigneter Form der erste Gottesdienst stattfinden wird“. Pfarrerin Ariane Gutzeit wird am Sonntag „wie bisher den Gottesdienst in den Briefkasten legen oder per Mail verschicken“ und am Wochenende ausprobieren, wie es mit Sitzplätzen und Abständen geregelt werden kann.

Die Katholiken der zur Pfarrei Hl. Hildegard von Bingen gehörenden Gemeinden Bellheim, Knittelsheim, Ottersheim, Zeiskam können voraussichtlich ab Sonntag, 17. Mai, wieder Gottesdienste besuchen.

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