Wochen-Spitze RHEINPFALZ Plus Artikel Glücklichsein: Das Huhn als Lichtblick

„Schön, dass es Dich gibt!“
»Schön, dass es Dich gibt!«

Haustiere bereichern das Leben. Und diese Erkenntnis trifft nicht nur auf Hunde und Katzen zu, sondern auch auf Hühner. Und erst recht auf: „Dorfhühner“.

Das neue Jahr hat jetzt auch schon wieder einen Monat auf dem Buckel, so neu ist es also gar nicht mehr. Die Sorgen und Nöte aus dem vergangenen Jahr haben sich irgendwie ins neue Jahr hinübergerettet, sowohl aus großer globaler Sicht als auch im kleinen privaten Bereich. Da freut man sich doch über jede gute Nachricht, über jeden kleinen Lichtblick. Wie lässt sich also der Alltag verbessern? Vielleicht mit Hühnern. Hühner? Warum denn nicht? Ende vergangenen Jahres informierte der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz darüber, dass Hühner das Dorfleben bereichern würden.

In diesen Tagen griff das Statistische Landesamt in Bad Ems das Thema auf, nicht ohne es – so wie man das von einem Statistischen Landesamt erwarten darf – mit Zahlen zu unterfüttern. Im Bezug auf dieses Federvieh gebe es landesweit eine Vielzahl von Initiativen und Projekten. Die „Dorfhühner“ erfüllen demnach eine soziale Komponente und können das Gemeinschaftsleben mitprägen. Im Kreis Germersheim wurden laut Statistischem Landesamt bei der letzten umfangreichen Viehzählung 16.451 Hühner registriert.

Hühner brauchen Gesellschaft

Gut, wenn man bedenkt, dass der Landkreis Germersheim über 129.000 Einwohner hat, sind 16.000 bis 17.000 Hühner nicht wirklich viel. Zumal die private Hühnerhaltung in Mode gekommen ist, erst recht seit Ausbruch der Corona-Pandemie, als der Wunsch zur Selbstversorgung exponentiell gewachsen ist. Aber es ist ja nicht das Ziel des Projekts, dass jeder Einwohner sein eigenes Huhn besitzt, welches ihm verlässlich jeden Morgen ein Frühstücksei liefert. Ein Huhn allein im Garten zu halten, ist eh nicht sinnvoll. Die Tiere brauchen Gesellschaft, drei bis vier Hühner sind da das Minimum. Besser sollten es noch ein paar mehr sein. Auch gilt es Nachbarschaftsrecht, Baurecht, Tierschutzrecht oder Seuchenrecht im Auge zu behalten. Alles nicht so einfach. Der Gang zum Eierautomaten ist da sicher einfacher.

Aber bei den Dorfhühnern geht es ja auch um etwas anderes. Hier stehen Nachhaltigkeit und auch die Dorfgemeinschaft im Vordergrund. Als gutes Beispiel präsentiert der Gemeinde- und Städtebund den Ort Bleckhausen in der Eifel. Dort haben vor gut zwei Jahren zehn Familien ehrenamtlich ein Hühnergehege samt Stall auf dem alten Sportplatz angelegt. Das Grundstück hatte die Ortsgemeinde zur Verfügung gestellt. Die Dorfhühner versorgen nicht nur viele Bürger mit frischen Eiern, vielmehr ist es erklärtes Ziel des Projektes, Jung und Alt einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren zu ermöglichen. Außerdem sollen die Abläufe bei der Produktion gesunder Lebensmittel transparenter werden.

Das Tier muss ins Leben der Menschen passen

Und dann kommt natürlich noch der soziale Aspekt hinzu. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Haustiere glücklich machen. Die Ruhr-Universität in Bochum hat 2019 in einer großangelegten Studie den entsprechenden Beweis erbracht. Klar denkt man dabei in erste Linie an Hunde, Katzen oder Meerschweinchen. Aber warum nicht auch an Hühner? Das Tier muss ins Leben der Menschen passen, sonst funktioniert das mit dem Glücklichsein nicht. Und wenn sich ein ganzes Dorf gemeinsam um seine Hühner kümmert, dann schweißt das zusammen. So lassen sich auch Gräben überwinden. Und damit werden vielleicht ein paar der Sorgen und Nöte im privaten Bereich kleiner.

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