Kreis Germersheim Gestohlene Autoteile entsorgt

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Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts in Landau war am Montag ein 27-jähriger junger Mann aus Litauen wegen gewerbsmäßiger Hehlerei angeklagt. Er soll in einer Halle in Kandel-Minderslachen gestohlene Lastwagen umgebaut haben, die dann ins Ausland verkauft wurden. Das Urteil lautete am Ende auf ein Jahr und vier Monate Haft auf Bewährung, Gewerbsmäßigkeit konnte ihm nicht nachgewiesen werden.

Zunächst gab es eine Verschiebung des Prozesses um eine Stunde: Der junge Mann sprach kein Deutsch, nur etwas Englisch. Also so wurde dringend ein Dolmetscher für Litauisch gesucht und auch gefunden, aber der musste erst einmal kommen. Danach erst konnte der Verteidiger, Rechtsanwalt Jan-Frederik Ernemann, ein gründlicheres Gespräch mit seinem Mandanten führen. Der, ein sehr jung wirkender, still und verunsichert erscheinender Mann, war in Handschellen vorgeführt worden. Und legte schnell ein Geständnis ab. Der Litauer sitzt seit Dezember 2017 in der JVA Zweibrücken in Untersuchungshaft. Er hat eine gute Schulausbildung und einen Berufsabschluss als Industriemechaniker, konnte aber nie in dem Beruf arbeiten. Die Jugendarbeitslosigkeit in Litauen ist hoch, und er nahm Jobs im Ausland an – was sich eben bot, England, ein paar Wochen in den Niederlanden, eine Zeit in Norwegen, wo er in einer Wäscherei arbeitete und Ausschau hielt nach einer angemesseneren Arbeit, aber nichts fand. Jedes Mal kehrte er wieder nach Hause zurück. Ganz am Anfang arbeitete er bei seinem Vater in einem „Autoservice“. Im Jahr 2014 sei er dann angesprochen worden, in Deutschland Autos zu lackieren. Weil er das durch die Arbeit mit seinem Vater konnte, habe er zugesagt und kam nach Deutschland. Ums Lackieren ging es da jedoch nicht, sondern er sollte nach Anweisung Teile ausbauen. Doch auch das war es dann nicht. Am Ende habe er zwei bereits ausgebaute Teile, die ausgesehen hätten wie Radios, weggebracht zum Müll. Das sei im März und September 2014 gewesen. Als er in der Halle gewesen sei - so gab er zu - habe er gleich vermutet, dass offenbar seine Auftraggeber nicht die Besitzer der Lastwagen waren und diese gestohlen hatten. Aber was sollte er tun? Weitere Einzelheiten kamen vor Gericht nicht zur Sprache. Von den Polizisten, die als Zeugen geladen, dann aber wegen des Geständnisses nicht gebraucht wurden, war zu erfahren, dass die Tat ein sehr kleines Puzzle-Steinchen im Zusammenhang mit einer international agierenden Diebstahls- und Hehlerbande sei, die die Polizei jahrelang beschäftigt habe. 50 Fälle habe es in Rheinland-Pfalz gegeben, und die Haupttäter, so wusste die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, seien in Landau im Jahr 2015 rechtskräftig verurteilt worden. Ein weiterer Zeuge aus Litauen, rechtskräftig verurteilt und aus der JVA Aachen vorgeführt, der ebenfalls beim Um- oder Ausbau der Laster geholfen habe, konnte sich an gar nichts erinnern und gab an, den Angeklagten noch nie gesehen zu haben. Am Ende wurde dieser wegen Beihilfe zur Hehlerei in zwei Fällen zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Er wolle jetzt nur noch so schnell wie möglich heim zur Mutter, sagte der Angeklagte zum Schluss.

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