Freckenfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Gesamtpaket für Solaranlage gewünscht

Freiflächen-Photovoltaikanlagen gibt es bereits einige. Kürzlich wurde in Winden eine ans Netz angeschlossen.
Freiflächen-Photovoltaikanlagen gibt es bereits einige. Kürzlich wurde in Winden eine ans Netz angeschlossen.

Nichts gegen Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen hat der Ortsgemeinderat Freckenfeld. Grundsätzlich! Man wendet sich aber gegen einen Wildwuchs.

Ein namentlich nicht genannten Investor will in der Gewanne „In der kurzen Hub“, nordwestlich und jenseits der Bahnlinie Winden-Weißenburg, zwei Grundstücke als „Sondergebiet Photovoltaik“ ausweisen. Auf einer Fläche von rund 5,3 Hektar sollte hier eine Freiflächen-PV-Anlage errichtet werden. Eine solche ist aber im Gegensatz zu Windenergieanlagen im Außenbereich nicht „privilegiert“. Dies bedeutet, dass zuvor sowohl der regionale Raumordnungsplan als auch der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Kandel geändert werden müssen.

Das vom Investor ins Auge gefasste Gebiet, es handelt sich um die Flurstücke 2054 und 2055, ist bisher als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen, genau wie die gesamte Umgebung. Die sechs Windräder stehen weiter entfernt in nördlicher Richtung. Auch wäre ein Bebauungsplan zu erstellen. Hinzu kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine Förderung gibt es nur für Anlagen in einem räumlichen Abstand bis 200 Meter zu Bahnlinien oder Autobahnen. Die Neufassung des EEG (Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien) sieht eine Erweiterung dieses Korridors auf 500 Meter vor. Allerdings würden lediglich 28 Prozent der projektierten Fläche innerhalb dieses Korridors zur Bahnlinie liegen, der Rest außerhalb. Ortsbürgermeister Martin Thürwächter empfahl daher dringend, die Entscheidung zunächst zu vertagen.

Vorerst sollten innerhalb der Verbandsgemeinde Kandel mögliche Flächen für solche Anlagen ermittelt werden, um ein „Gesamtpaket“ zu schnüren. Nachdem in der Nachbargemeinde Winden jetzt auf 1,6 Hektar Ackerfläche eine Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet worden war, die Strom für etwa 420 Haushalte erzeugen soll. Zwischenzeitlich hat der dortige Ortsgemeinderat eine beachtliche Erweiterung beschlossen. Diese bezieht sich auch auf einen Gebietsabschnitt, der zur Gemarkung Minfeld gehört. Obwohl sich diese Erweiterungsfläche entlang der Bahnlinie Winden-Kandel (bis hin zur B427 zwischen Minfeld und Winden) erstreckt und innerhalb des 500-Meter-Korridors liegt, müssen die erforderlichen Pläne geändert und ein Bebauungsplan erstellt werden. Sobald die Ergebnisse einer „Potentialflächenanalyse“, die die Verbandsgemeinde in Auftrag beim KIT (Karlsruher Institut für Technologie) geben will, vorliegen, soll jedoch erneut beraten werden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Lage begrüßt der Gemeinderat zwar solche Anlagen. Auch wegen ihres Beitrags zum Klimaschutz. Andererseits, so etwa Ratsmitglied Jörg Thürwächter (CDU), sei es absurd, wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche aufzugeben, wo man noch Anfang des Jahres und nach dem Kriegsausbruch noch Angst vor fehlenden Nahrungsmitteln gehabt habe. Auch Jens Ulm (CDU) sprach sich gegen eine Zersplitterung der Landschaft aus und forderte, geeignete Flächen zu verwenden. „Andere Flächen sind vorhanden, aber keine, die von der Landwirtschaft so intensiv genutzt werden“, ergänzte Beigeordneter Martin Oswald. Für die Freie Wählergruppe wollte Thea Weber zunächst grundsätzliche Fragen (Planungsdauer – Kostenübernahme – Gewinnbeteiligung) geklärt wissen. Grundsätzlich begrüße man solche Anlagen, sagte sie. Einstimmig wurden das Vorhaben und auch die Entscheidung über die Ausweisung von Sondergebietsflächen in der Gemarkung Freckenfeld vorerst zurück gestellt.

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