Kreis Germersheim Germersheimer heißen Flüchtlinge willkommen

„Wir wollen alle willkommen heißen, die fremd sind. Das ist christliche Tradition“ – dieses Signal setzte die protestantische Kirchengemeinde am Samstag in Germersheim. Sie veranstaltete ein Willkommen-Essen für Flüchtlinge und Asylsuchende, aber auch für Migranten, Neu- und Altbürger. Diese Veranstaltung sollte dazu dienen sich kennenzulernen, sagte Dekan Claus Müller.
Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Palästina, Albanien, Eritrea und anderen Ländern nahmen die Einladung entgegen. Abends um neun Uhr trafen die Gäste im Gemeindehaus ein. Der Dekan begrüßte alle herzlich. Dolmetscher der „Cross Boarders“ des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim übersetzten die Worte des Dekans in arabisch und englisch und waren den ganzen Abend anwesend. Aus Rücksicht auf den Fastenmonat Ramadan fand das Essen abends nach Sonnenuntergang statt. Bevor das Buffet jedoch eröffnet wurde, sprach ein Syrer „das Azan“ und Müller ein christliches Gebet. Im Gespräch mit den Asylsuchenden konnte man erfahren, wie sie nach Deutschland gereist sind, wie lange sie schon hier sind und aus welchen Gründen sie aus ihrem Land geflüchtet sind. Ein Eritrear, der seit acht Monaten in Deutschland ist, berichtete, wie schwer die Reise auf dem Schlauchboot nach Europa war. Er ist nun sehr glücklich in Germersheim. Drei syrische Frauen, die in ihrem Heimatland studierten, sagten, dass sie keine andere Wahl hatten, außer die gefährliche Bootsfahrt in Kauf zu nehmen. Die Lage in Syrien war nicht mehr sicher genug. Sie können sich hier endlich wieder wohl fühlen. „Keine Arbeit gleich kein Geld gleich du hast nichts“, sagte ein junger Albaner, der seit einem Monat hier ist. Er reiste über Serbien nach Griechenland und hofft hier eine Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Nicht nur die Kirchengemeinde wird demnächst weitere Projekte für Asylsuchende anbieten, sondern auch die Ditib Moschee in Germersheim hat vor in Zukunft solche Veranstaltungen zu organisieren. (amai)