Kreis Germersheim Germersheim hilft nachts in Speyer aus

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Ab heute, 1. April (kein Scherz!) greift die Neuregelung, die im Vorfeld von Ärzten und Kommunalpolitik kritisiert wurde: An den Bereitschaftsdienst-Tagen ist um Mitternacht Schluss in Speyer; bisher war die Zentrale morgens bis 7 Uhr besetzt. Das ist künftig nur noch die übergeordnete Zentrale in Germersheim.

Zur zwischenzeitlich in Aussicht gestellten Kooperation, nach der in den frühen Morgenstunden Speyerer Krankenhausärzte aushelfen, gibt es noch keine vertragliche Regelung, so ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) auf Anfrage: „Eine Einigung erwarten wir Anfang nächster Woche.“ Die KV hat nach RHEINPFALZ-Informationen einen Dienstplan für den kommenden Monat erstellt. Die neuen BDZ-Öffnungszeiten in Speyer lauten wie folgt: Mittwoch, 14 bis 24 Uhr, Freitag, 16 bis 24 Uhr, Samstag/Sonntag/Feier- sowie Brückentage, jeweils 8 bis 24 Uhr. „Die Hausbesuche werden komplett von Germersheim aus erledigt“, berichtet die Speyerer niedergelassene Internistin Dr. Maria Montero-Muth auf Anfrage. Die BDZ Germersheim am Asklepios-Krankenhaus der Kreisstadt hat folgende Öffnungszeiten: montags, dienstags, 19 bis 7 Uhr. Dann ist sie mit einem Arzt besetzt, ebenso freitags, 18, bis samstags, 8 Uhr. Samstags und sonntags, 8 bis 22 Uhr, tun zwei Ärzte Dienst, von 22 bis 8 Uhr wieder nur einer. „Das heißt, nachts ist ein Arzt aus der BDZ Germersheim für die ganze Region samt der Hausbesuche zuständig“, moniert die Ärztin. „Nach diesem aktuellen Stand ist Speyer am Wochenende auf alle Fälle nicht ausreichend versorgt.“ Die BDZ Speyer ist in angemieteten Räumen im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus untergebracht. Sie ist zu Zeiten besetzt, in denen „normale“ Praxen geschlossen haben. Eine BDZ ist keine Notdienstzentrale. „Im Falle lebensbedrohlicher Notfälle ist grundsätzlich der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu alarmieren oder die Notfallambulanz des Krankenhauses aufzusuchen“, betont die KV. Früher hatte die Pravo, ein Zusammenschluss von mehr als 100 niedergelassenen Ärzten in Speyer und Umland, die BDZ Speyer in Eigenregie besetzt, bis die KV Rheinland-Pfalz die Neuregelung in die Wege geleitet hat. Zwischenzeitlich war nach Informationen der RHEINPFALZ auch die Ausweitung der Öffnungszeiten in Speyer analog der BDZ Germersheim im Gespräch. Dazu soll es unter anderem aufgrund von Querelen zwischen Mitgliedern des Pravo-Vorstandes und der KV nicht gekommen sein. Unter anderem soll die Sorge vor einer Erhöhung des monatlichen Beitrags der Ärzte an die KV (momentan 270 Euro) bei Speyerer Ärzten ursächlich für den Verzicht gewesen sein. Abgewartet wird am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus bezüglich einer Kooperation: „Eine Vertragsunterzeichnung hat noch nicht stattgefunden. Hier sollen die Ergebnisse der Gespräche zwischen der KV und den niedergelassenen Ärzten abgewartet werden“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Walter. „Sollte die KV ab dem 1. April die Öffnungszeiten zwischen Mitternacht und 8 Uhr einschränken, stünden den betroffenen Patienten während dieser Zeit Versorgungsmöglichkeiten in der BDZ Germersheim sowie in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser zur Verfügung.“ Es seien doch nur 16 Kilometer bis Germersheim, ergänzt ein KV-Sprecher. Wie berichtet, laufen Politik und niedergelassene Ärzte Sturm gegen eine eingeschränkte Dienstzeit. Der Stadtrat Speyer und der Verbandsgemeinderat Römerberg-Dudenhofen haben sich in jeweils einstimmig beschlossenen Resolutionen für den Erhalt der BDZ Speyer im bisherigen Umfang ausgesprochen. Die Pravo-Ärzte hatten im Januar Widerspruch gegen die Regelung eingelegt. Der war Mitte März vom Widerspruchsausschuss der KV zurückgewiesen worden. Ziel als Pravo sei es, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und die Situation für Speyer zu verbessern, sagt Montero-Muth. „Schade, dass Speyer mit dem größten Patientenaufkommen am schlechtesten wegkommt.“ Die KV hatte von 2000 Patienten pro Quartal in Speyer gesprochen. Grundsätzlich sei sie gesprächsbereit, müsse aber am Ende allein entscheiden, zumal sie das ganze Bundesland im Blick habe.

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