Kreis Germersheim
Gemeinden warten auf Leitlinien für Weihnachtsmärkte
„Wir sind fleißig am Planen“, sagt Alexandra Hirsch, Bürgermeisterin von Rheinzabern. Der Anneresl-Markt soll am ersten Adventswochenende rund um die Kirche stattfinden. Zumindest eine „Sparversion“ davon – mit Händlern und Ausstellern, aber ohne Rahmenprogramm wie Konzerte oder Karussell. Eine Bühne werde diesmal wohl nicht aufgebaut, auch Veranstaltungen in Innenräumen sind nicht geplant. Die Gemeinde stecke mitten in den Vorbereitungen, allerdings unter Vorbehalt, betont Hirsch. Denn die Richtlinien, die das Land vorgibt, seien noch nicht klar. Die Corona-Bekämpfungsverordnung, laut der Spezialmärkte im Freien mit bis zu 25.000 Besuchern möglich sind, gilt bislang nur bis 7. November. Was danach kommt, wisse momentan niemand.
Eins ist klar: So lange Zugangsbeschränkungen gelten, müssen diese kontrolliert werden. Eine 2G-Regel, bei der nur Geimpfte oder Genesene den Markt besuchen könnten, sieht Hirsch kritisch: „Da schließt man einen Teil der Bevölkerung aus.“ Es werde wohl auf die 2G-plus-Regel hinauslaufen, bei der auch eine bestimmte Anzahl nicht-immunisierter, aber getesteter Menschen Einlass bekommen. Der Platz soll mit Bauzäunen abgesperrt werden und Securityleute die Zugänge kontrollieren.
Mit Vorsicht statt mit Gewalt
Aussteller und Bürger wünschten sich den Anneresl-Markt, berichtet Alexandra Hirsch von Rückmeldungen. Fast alle angestammten Händler wollen wieder dabei sein – und hoffen auf Planungssicherheit. „Wir haben es fest vor, den Markt zu veranstalten“, so die Bürgermeisterin. Ein Restrisiko für eine „Notbremse“ bleibe aber, etwa wenn die Infektionszahlen explodieren. „Wir wollen es nicht mit aller Gewalt machen, sondern mit Vorsicht und Vernunft.“
Auch in Rülzheim ist man in Wartestellung. Die Pläne für einen Markt am Deutschordensplatz bei der Kirche über den dritten Advent schreiten voran, erzählt Michael Braun, Beigeordneter und Vorsitzender der Kulturgemeinde. Er hofft, dass Anfang November klar sein wird, „wohin die Reise geht“ – heißt, dass das Land klare Leitlinien für Weihnachtsmärkte ausspricht. Erleichterungen wurden jedenfalls angekündigt. Wenn generelle Zugangskontrollen wegfielen – wie bei den Martinsumzügen – wäre die Organisation für die Veranstalter leichter zu stemmen. Trotzdem müsse alles sicher ablaufen, so dass „man als Veranstalter gut schlafen kann“, meint Braun. „Wir planen ganz regulär und warten ab, was kommt.“ Das Interesse der Vereine und gewerblichen Anbietern und das Bedürfnis der Menschen, sich wieder zu treffen, sei jedenfalls groß. 24 Häuschen seien schon belegt. „Wir werden wohl nicht alle bedienen können.“
Bummeln statt stehenbleiben
Auch in weiteren Dörfern der Region, wie Kandel, Bellheim und Germersheim sind Weihnachtsmärkte geplant. Kandel hat noch kein genaues Konzept für die Umsetzung des Weihnachtsmarkts, hier will man erst die weiteren Vorgaben des Landes abwarten, so City-Mangerin Jennifer Tschirner. Ab Samstag (26. Oktober) findet zunächst der Oktobermarkt statt. Bei diesem gibt es keine Personenbeschränkung, dafür gelten die Masken- und Abstandspflicht und Fahrgeschäfte wurden eingezäunt. Beim Bellheimer Weihnachtsmarkt soll es möglichst wenig Veränderungen geben. Um die 2G-plus-Regel umzusetzen, soll das Gelände am Spiegelbachpark abgesperrt und ein Testzentrum vor Ort aufgebaut werden, sagt Ortsbürgermeister Paul Gärtner.
Der Weihnachtsmarkt in Germersheim soll zum Weihnachtsmarkt „To Go“ werden und zum Bummeln einladen, um Ansammlungen zu vermeiden. Daher findet dieses Jahr keine offizielle Eröffnung statt, teilt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Außerdem wird der Weihnachtsmarkt in die Fußgängerallee am Paradeplatz verlegt. Dies soll ebenfalls dafür sorgen, dass sich die Menschen mehr verteilen. Über Zugangskontrollen möchte die Stadt entscheiden, wenn das Land entsprechende Leitlinien vorgibt. Geplant ist der dreitägige Weihnachtsmarkt für das erste Adventswochenende. Auch der Christkindlmarkt in Sondernheim sei in Vorbereitung. Die Gemeinde Lingenfeld möchte ihren Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende (27. und 28. November) auf das Gelände der TSV verlegen.