Kreis Germersheim Gehwege und Bushaltestelle werden doch ausgebaut

Kein Problem einen Irrtum zuzugeben hatte der 1. Beigeordnete Maik Wünstel in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Dabei ging es um den Beschluss der Ortsgemeinde, die Gehwege und die Bushaltestelle an der Haynaer Straße nicht auszubauen.
Kosten von 140.000 Euro plus Plankosten von 90.000 Euro seien zu hoch, war der Rat damals überzeugt. Außerdem hatte sich nur eine Firma an der Ausschreibung beteiligt. „Wollt ihr das wirklich tun?“, wurden nun die Erlenbacher Vertreter während zwei Sitzungen im Juli und August von den Beteiligten an der Gemeinschaftsmaßnahme gefragt. Diese Frage war auch der Hauptpunkt der Gemeinderatssitzung. Mit zwei Gegenstimmen wurde jetzt der bisherige Beschluss revidiert und dem Ausbau von Gehwegen und Haltestelle zugestimmt. Ratsmitglied Ingrid Nuss sagte es deutlich „wenn der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Straße jetzt macht und wir machen nix, dann haben wir nix.“ Denn die Fahrbahn zwischen Friedhofsweg und Gartenweg will der LBM voll ausbauen. Im Zuge dessen sollen von den Werken der Verbandsgemeinde Kandel Regenwasserkanäle ausgetauscht oder neugebaut sowie Schieber ausgetauscht werden. Die Ortsgemeinde Erlenbach ist in diese Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Ausbau von zwei Gehwegen und der Bushaltestelle eingebunden. Für mindestens zehn Anwohner und rund 50 Kinder wird das eine Verkehrsberuhigung darstellen. Und gut sehe es auch aus, wenn alles neu ist, hieß es jetzt. Wünstel informierte über drei gute Gründe, die der LBM genannt hatte: Ein günstiges Angebot bei einer neuerlichen Ausschreibung zu bekommen sei eher gering. Denn die Auftragsbücher der Baufirmen seien im Spätjahr schon fast voll. Außerdem müsse eine neue Ausschreibung wieder neu bezahlt werden. Ob der LBM im kommenden Jahr den Zuschuss von 85 Prozent noch gewähren kann, sei nicht sicher. Jetzt würden der Gemeinde gut 32 000 Euro Kosten bleiben. Dafür sei laut Finanzverwaltung kein Nachtragshaushalt notwendig. Ratsmitglied Volker Eck sah diesen Beschluss skeptisch und würde die Arbeiten gern neu ausschreiben. Aus mindestens zwei bis vier Angeboten müsse ausgewählt werden können. Allerdings sei fraglich, ob überhaupt so viele Angebote kämen, winkte ein anderes Ratsmitglied ab. Zudem sei es schwierig, die Maßnahme zu splitten - besonders, wenn dafür Straßen gesperrt werden müssten. Trotzdem kritisierte Volker Eck, dass der LBM Druck auf die Gemeinde ausübe. „Wir beugen uns keinem Druck“ würdigte Dieter Roth, „denn es ist etwas da, nämlich die Verkehrsberuhigung“. Während eines Gewitters hat sich Maik Wünstel die im Starkregen-Workshop angesprochenen Stellen angesehen. Sein Fazit: Die vorhandenen Gräben müssen alle geputzt werden. Topografisch sei aufgefallen, dass „an der Herrenmühle kein Wasser“ mehr gewesen sei. Verbandsbürgermeister Volker Poß stellte klar, dass die Verbandsgemeinde für die Gewässer dritter Ordnung zuständig sei und diese Arbeiten organisiere.