Was Leser ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Gefahr für Reifen, Fahrräder und Menschen

Zu grob für einen beworbenen Radweg im Bienwald ist das aufgeschüttete Material.
Zu grob für einen beworbenen Radweg im Bienwald ist das aufgeschüttete Material.

Über gut ausgeschilderte Fahrradwege, die derzeit eher Schotterpisten gleichen, regen sich zur Zeit nicht wenige Besucher auf, die im Bienwald unterwegs sind. Für die Dauer der Sanierung gibt es Gründe.

Wurde im letzten Sommer doch bei einer Veranstaltung in Schaidt das neue Besucherlenkungskonzept vorgestellt, das erlebnisreiche und naturnahe Touren mit dem Fahrrad oder zu Fuß durch den Bienwald verspricht und ausweist. Neu aufgelegt wurde auch eine Radkarte mit Tourentipps in der Südpfalz. Enthalten sind hier viele Vorschläge für Fahrten auch durch den Bienwald. So auch für die Rundtour „Bienwald-Bäche-Tour“ mit Start und Ziel am Naturfreundehaus in Kandel.

Radler vertreiben

Und über den Zustand dieser Strecke zeigte sich jetzt Leserin Traude Löwer aus Kandel empört, fürchtet sie doch, dass die Fernradwege zu „hervorragenden Schotterpisten“ ausgebaut werden. Sie, wie auch andere Radtouristen und Einheimische, die öfter mit dem Rad im Bienwald unterwegs sind, haben Stellen entdeckt, bei denen Aufschüttungen in einer Höhe von 25 Zentimetern mit gröbstem Schotter vorgenommen wurden. Auch Schlaglöcher würden nur mit diesem groben Schotter ausgebessert, ärgert sich Löwer. Löwer spricht in einem Schreiben, mit dem sie sich an Landrat Fritz Brechtel, den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart wendet und an die RHEINPFALZ geschickt hat, von einer Gefahr für Reifen, Fahrräder und Menschen. Traude Löwer fürchtet sogar, dass der Forst durch diese Aufschüttungen der Radwege die Radfahrer aus dem Wald vertreiben möchte.

Teilweise bis zu 25 Zentimeter hoch ist das aufgeschüttete Material. Die Forstverwaltung sagt, dass feineres Material noch aufge
Teilweise bis zu 25 Zentimeter hoch ist das aufgeschüttete Material. Die Forstverwaltung sagt, dass feineres Material noch aufgebracht wird.

Dem sei aber überhaupt nicht so, widerspricht die Leiterin des Forstamtes Bienwald in Kandel, Astrid Berens, auf Anfrage. Ganz im Gegenteil. „Dem Forstamt Bienwald liegen die Naherholung und damit auch die Radfahrer sehr am Herzen“, teilt die Forstamtsleiterin auf unsere Anfrage mit. Ohne den Forst als dem größten Eigentümer von Flächen und Wegen wäre das Besucherlenkungskonzept mit den schönen Wegweisern im letzten Jahr wohl nicht zustande gekommen, gibt Berens zu bedenken. Und klärt dann die Sache um die groben Schotterwege auf.

Der besagte Wegeabschnitt auf der „Bienwald-Bäche-Tour“ bedurfte dringend einer Sanierung. Aufgebracht wurde zunächst grober Schotter. Doch dann mussten die Arbeiten an den Radwegen unterbrochen werden, weil die Kreisstraße 15 nahe der Ortslage Schaidt erneuert wurde und ein weiterer Transport zu den Radwegen nicht mehr möglich war. Der Radweg hätte längst fertig sein sollen. Neben feinerem Material sollte zum Abschluss noch „ganz feines Material“ aufgebracht werden. Das würde übrigens dem entsprechen, was Leserin Traude Löwer sich gewünscht hatte. Und die Forstamtsleiterin verspricht allen „1a Radwege“ durch den Bienwald. Hierzu brauche man noch etwas mehr Zeit als geplant, eben wegen der Straßenbauarbeiten auf der „Bildstraße“ (K 15). Material und Maschinen können derzeit nicht an die Radwege gelangen.

Vorschläge ans Forstamt

Forstamtsleiterin Berens bittet alle um etwas Geduld und empfiehlt, vorerst die ausgeschilderten Umleitungen zu benutzen. Gerne dürfe sich jeder mit Verbesserungsvorschlägen auch direkt an das Forstamt Bienwald in Kandel wenden. Dieses habe unter anderem seinen Beitrag zur Erhaltung des Wegenetzes im Bienwald dadurch beigetragen, dass man zig Laufmeter Wege zur besseren Begehbarkeit mulche, den von Besuchern hinterlassenen Müll aufsammele, Wege ausbessere und Denkmäler pflege. All diese Arbeiten der Forstamtsmitarbeiter bei Außentemperaturen über 30 Grad hätten auch einmal ein Lob verdient, findet die Chefin des Forstamtes.

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