Was Leser ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Frust am Geldautomaten: Nur noch große Scheine

Was tun, wenn keine „kleinen“ Scheine mehr aus dem Geldautomaten kommen?
Was tun, wenn keine »kleinen« Scheine mehr aus dem Geldautomaten kommen?

Ein 95-Jähriger erhält am Geldautomaten nur 100-Euro-Scheine. Sein Versuch, das Geld am Schalter zu wechseln, scheitert – die Bank hat kein Bargeld vorrätig. Woran das liegt.

Der Geldautomat wird zunehmend die einzige Möglichkeit, um an Bargeld zu kommen. Die schnelle Verfügbarkeit über die Banköffnungszeiten hinaus hat Vorteile. Doch Heinz Veitinger aus Berg ärgert sich über die mit der Automatisierung verbunden Probleme.

Der 95-jährige wollte sich in Berg wie gewohnt mit Bargeld versorgen. Statt der üblichen gestückelten Banknoten erhielt er aber ausschließlich 100 Euro-Scheine. Für Veitinger waren das zu große Scheine. Er ging zum Bankschalter und wollte das Geld wechseln. „Am Schalter sagten sie mir, sie können das Geld nicht wechseln“, sagt Veitinger. Sie hätten selbst kein Bargeld. „Die haben kein Geld und das nennt sich Bank“, ärgert er sich.

Bargeld nur noch an manchen Schaltern

„Aus Sicherheitsgründen haben wir nur noch in unseren Regionaldirektionen Diskretkassen, in welchen im persönlichen Kontakt Geld gewechselt werden kann“, sagt Volksbank-Sprecher Rolf Horder gegenüber der RHEINPFALZ. Bares Geld am Volksbank-Schalter gibt es damit in der Südpfalz nur noch in Edenkoben, Germersheim, Kandel und Rülzheim. „In allen größeren Filialen übernehmen diese Aufgabe zur Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden Ein- und Auszahlautomaten“, sagt Horder.

An den Automaten sei es weiterhin möglich auch kleinere Scheine zu erhalten. Es habe keine Umstellung der Systeme auf größere Scheine gegeben, sagt Horder. „In dem geschilderten Fall wurden leider vorher alle kleineren Scheinarten von unseren, beziehungsweise fremden Kunden verfügt.“ Im Automat seien im Fall von Veitinger also nur noch 100 Euro-Scheine vorhanden gewesen. Trotz der Sprengung eines Sparkassenautomaten im Frühjahr und der damit verbundenen höheren Nachfrage am Automaten der Volksbank in Berg, funktioniere der Automat in fast allen Fällen. Zu 97 Prozent sei am Geldautomat Bargeld verfügbar, sagt Horder. In den Vormonaten sei die Verfügbarkeit trotz der hohen Nachfrage noch besser gewesen.

Wegen Sprengungen weniger befüllt

Horder zeigt Verständnis für den Ärger des Lesers. „Allerdings kann nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, dass Geldautomaten komplett leer laufen.“ In der Südpfalz komme dabei noch ein Faktor dazu: Um Kriminalität vorzubeugen habe die Volksbank reagiert und stellt in den Geldautomaten nur noch geringere Mengen an Bargeld bereit. „Dies auch vor dem Hintergrund der Geldautomatensprengungen, die wir zum Anlass genommen haben, die Befüllmengen zu reduzieren, sagt Horder.

Bei einem weiteren Versuch gelang es Veitinger inzwischen am Berger Geldautomat auch kleinere Scheine zu erhalten. „Ich habe das einem Bekannten erzählt. Der zeigte mir, wie ich am Automat auch kleineres Geld bekomme.“ An den Volksbank-Automaten lässt sich auch selbst wählen, aus welchen Geldscheinen der gewünschte Betrag ausgezahlt werden soll. Für Veitinger ist das eine Erleichterung, aber er wünscht sich mehr Informationen. „Es braucht eine Anleitung. Es kann ja nicht sein, dass ich auf andere angewiesen bin, um Geld zu bekommen.“

Horder verweist hier auf das Service-System VR-SISy. Per Videoschalte können Kunden damit in direkten persönlichen Kontakt mit einem Bankmitarbeiter treten, der auch für Fragen zur Funktionsweise der Automaten zur Verfügung stehe. Dabei könnten die Mitarbeiter auch einstellen, welche Scheinarten vom Kunden gewünscht werden. „Der Kunde muss sein Geld nur noch mit der Bankkarte am Geldausgabeautomat abholen“, sagt Horder. Zudem habe die Volksbank für ihre älteren Kunden bereits „Automatentrainings“ in den Filialen angeboten.

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