Kreis Germersheim Freundschaften in Europa pflegen

Setzen sich für eine friedliches gemeinsames Europa ein (v.l.): Ortsbürgermeister Michael Detzel, Ralph Kammann, Ludwig und Mali
Setzen sich für eine friedliches gemeinsames Europa ein (v.l.): Ortsbürgermeister Michael Detzel, Ralph Kammann, Ludwig und Mali Lieber sowie Claude Merckel (Bürgermeister Epinac) ganz rechts) mit einem Bürgermeisterkollegen aus dem Nachbarort Collonge-la-Madeleine.

„Bleiben wir wachsam! Nach mehr als 70 Jahren Frieden und einem vereinigten und behaupteten Europa sind Michael und ich heute, in Epinac, die Vertreter von denjenigen, die aufmerksam sein sollten und Hoffnung in eine friedliche und weniger grausame Welt bringen sollen.“ Mit diesen Worten appellierte Claude Merckel, Bürgermeister des burgundischen Epinac, Partnergemeinde von Steinweiler, am Sonntag an die Bürger beider Gemeinden, sich für eine Bewahrung des friedlichen Miteinander einzusetzen.

Zur Gedenkstunde in Epinac, die an das Ende des 1. Weltkrieges und den Waffenstillstand am 11. November 1918 genau um 11 Uhr erinnerte, waren mit Bürgermeister Michael Detzel auch der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Ralph Kammann und der frühere Ortsbeigeordnete Ludwig Lieber gereist. Sie folgten damit einer Einladung der Partnergemeinde. Epinac hatte im „Grand Guerre“ 170 Gefallene zu beklagen. In Steinweiler gedenkt man 46 Soldaten, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten. „Sie sollen stolz und glücklich sein, zu sehen, dass sie nicht umsonst gekämpft haben und dass unsere beiden Nationen versöhnt sind“, so Merckel in seiner zweisprachig vorgetragenen Ansprache. Zuvor hatte Epinacs Beigeordneter Jean-Michel Prévotat die Rede von Staatspräsident Emmanuel Macron vorgetragen. Als große Ehre empfinde man die Einladung, bei dieser Gedenkfeier dabei sein zu dürfen, sagte Steinweilers Bürgermeister Detzel. Seit 1991 bestehe die Partnerschaft mit Epinac, und in diesen 27 Jahren habe man stets versucht, diese mit Leben zu erfüllen. Entstanden seien Freundschaften, das Verständnis und Vertrauen habe zugenommen. Diese Partnerschaft symbolisiere im Kleinen, worauf es im Großen ankomme, so Detzel. Man müsse den Frieden sichern und dafür sorgen, dass es nie wieder Krieg gebe. Allerdings sei in den letzten Jahrzehnten der Frieden als etwas völlig Normales empfunden worden. Europa verliere seinen Reiz, weil Nationalstaaten schon wieder bestrebt seien, ihre Interessen durchzusetzen, so Detzel. Man dürfe nie vergessen, warum sich die Nachkriegsgenerationen so für ein friedliches Miteinander in Europa eingesetzt haben. Hierzu gebe es keine Alternative, sagte Detzel. „Gemeinsame Erinnerungen sind wie gemeinsame Freunde, sie können versöhnen. Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter“, zitierte Detzel den Schriftsteller Marcel Proust. Ralph Kammann sorgte für die Übersetzung. Nach der Rückkehr aus Epinac berichtete Detzel von einer eindrucksvollen Feierstunde, die geprägt war von der Hoffnung auf die Sicherung des Friedens. Man habe aber nicht nur der Opfer des „Grand Guerre“ gedacht, sondern auch an die Menschen, die im Deutsch-französischen Krieg 1870/71 und im 2. Weltkrieg Opfer geworden seien. Die Begegnung in Epinac habe die Mitglieder der Delegation aus Steinweiler ermutigt, die Partnerschaft weiterhin zu fördern und alte Freundschaften zu pflegen und neue zu ermöglichen.

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