Kreis Germersheim
Fleisch von „glücklichen Tieren“ und Esskastanien
Eine Woche der Herbstferien im Bienwald verbringen, mit Gleichaltrigen spielen und dem Wald etwas Gutes tun. 34 Kinder aus der Verbandsgemeinde (VG) Kandel nutzten diese Chance und nahmen an der bereits zum 3. Mal stattfindenden Herbstferien-Aktion teil.
Kandel. Eine Woche der Herbstferien im Bienwald verbringen, mit Gleichaltrigen spielen und dem Wald etwas Gutes tun. 34 Kinder aus der Verbandsgemeinde (VG) Kandel nutzten diese Chance und nahmen an der bereits zum 3. Mal stattfindenden Herbstferien-Aktion teil.Tipis bauen, hämmern und Bogenschießen stand unter anderem für die Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren auf dem Programm. Um 9 Uhr morgens begann für die Kinder der Tag, die je nach Wetterlage mehrere Stunden im Wald oder an der Grillhütte verbrachten. In verschiedenen Gruppen aufgeteilt, betreut von jeweils zwei Begleitern, die teilweise ehrenamtlich mitarbeiteten, wurden viele Dinge gebastelt und die Kinder auch spielerisch an ernste Themen wie Klimawandel und Umweltschutz herangeführt. Rüdiger Sinn, Förster für Umweltbildung, zeigte ihnen auch mittels Bildern die Auswirkungen von Plastikverschmutzung und Waldbränden.
Doch auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Beim Erstellen von Nagelbildern durften die Kinder hämmern und basteln, wobei sie sichtlich Freude hatten. Unterschlupf beim Schnitzen von kleinen Schiffchen aus Baumrinde fanden die Kinder in einem Holzpavillon im Wald. Sinn ist besonders dankbar, dass die Stadt Kandel Geld für solche Bauten in die Hand nimmt, damit solche Aktionen für Kindergärten oder Schulen im Wald möglich sind und somit die Umweltbildung erleichtert wird. A
uch das Thema Tierwohl und die Herkunft von Fleisch wurde angesprochen. Neben zwei fleischlosen Tagen, gab es an den drei anderen Fleisch von „glücklichen Tieren“, die im Wald gejagt wurden und nicht aus industrieller Haltung stammen. Dies freute auch die Kinder, so Sinn. Das Jäger-und-Sammler-Spiel, bei dem die Kinder Bogen schießen durften, sollte ihnen die Jagd im Wald etwas näher bringen. Am letzten Tag wurden schließlich noch Esskastanien gepflanzt, um einen Beitrag zum „Klimawald der Zukunft“ zu leisten.
Der Förster macht darüber hinaus auch deutlich, dass der „Gemeinsam-Gedanke“ bei der Herbstferien-Aktion besonders im Vordergrund steht. „Die Kinder sollten zusammen Vogelkästen bauen, dadurch lernen sie, gemeinsam zu arbeiten und somit auch was für ihr zukünftiges Leben“, so Sinn. Doch es blieb nicht nur bei den Vogelkästen. Drei Tipis bauten die fleißigen Kinder, was besonders Lennard (11) aus Kandel gefiel: „Mein Wille hierher zugehen war so 50:50, doch es gefällt mir besser als gedacht, das Tipi und die Spiele haben mir am meisten Spaß gemacht“. Darüber hinaus macht Sinn deutlich, dass bei der Waldwoche darauf geachtet wurde, dass es bezahlbare Ferien sind und somit alle Kinder die Möglichkeit haben daran teilzunehmen. Auch für nächtes Jahr ist wieder eine Waldwoche geplant.