Neuburg
Fischsterben: Wie viele Tiere haben überlebt?
Untersucht wurden die Fischbestände mittels Elektrofischerei. Dabei werden die Fische in der Nähe eines Bootes mit einem Stromstoß kurz betäubt. Sie treiben dann auf der Wasseroberfläche und können gezählt und begutachtet werden. „In allen Gewässern um Neuburg finden sich Fische“, sagt Uwe Weibel vom Umweltinstitut IUS in Kandel, das vom Entwässerungsverband beauftragt wurde, die Folgen des Fischsterbens im August zu erheben.
„Darunter sind auch sauerstoffbedürftige Arten wie Hechte“, so Weibel weiter. In allen betroffenen Gewässern seien die typischen Arten vertreten. „Es fehlen vor allem die großen Brachsen“, so Weibel. Allerdings seien große Fische beim Elektrofischen immer unterrepräsentiert, weil sie sich in tiefere Wasserschichten zurückziehen.
„Bestand kann sich alleine erholen“
Allerdings sei der Populationsaufbau nicht standortgemäß, sagt Weibel: „Die Fische aus der Fortpflanzung 2020 sind nicht mehr da.“ Dies gelte vor allem für den Panzergraben am Fischerheim, der auch am stärksten betroffen war. „Die Jungfische 2021 hingegen, also die kleinsten Fische, haben das sauerstoffarme Wasser gut verkraftet.“
Weibel erwartet aber trotz der Verluste, dass die Fischpopulationen sich wieder von alleine erholen können – vielleicht sogar besser als durch den Besatz mit gekauften Fischen. „Von allen repräsentativen Arten sind ausreichend Laichtiere vorhanden“, sagt er: „Einige wenige Fische können sehr viele Nachkommen haben.“ Dabei sei es hilfreich, wenn gute Rahmenbedingungen geschaffen werden.
„Langfristig vermeiden“
Der Auftrag des Entwässerungsverbands, der für die Einleitung des Faulwassers verantwortlich ist, an Weibels Umweltinstitut geht deshalb weiter, so Reinhard Scherrer. Der frühere Verbandsbürgermeister von Hagenbach ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Entwässerungsverbandes. Im März/April soll auch die Situation der Fisch-Nährtiere wie Insekten und Larven darauf untersucht werden, ob alles in Ordnung ist.
Geplant ist auch eine gesamtökologische Betrachtung des Fischsterbens. In diese Bilanz gehören dann auch die möglichen positiven Folgen für das Naturschutzgebiet, aus dem das faulige Wasser abgeleitet wurde. „Und dann werden wir uns auch Gedanken machen, wie man so etwas langfristig schlicht vermeiden kann“, sagt Weibel.