Kreis Germersheim Feuer in zwei Häusern gelegt

Wegen schwerer Brandstiftung wird eine 45-jährige Frau aus Wörth in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht. So lautete der Beschluss der Großen Strafkammer nach drei Verhandlungstagen mit umfassender Beweisaufnahme.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagte am 7. Januar 2015 in einer Kellerwohnung in Erlenbach und am 27. Juli 2015 in einer Dachgeschosswohnung in Wörth Brände gelegt hat. Die Brände in den beiden Mehrfamilienhäusern brachen jeweils in den frühen Morgenstunden aus, wodurch viele Bewohner gefährdet wurden. Bei dem Brand in Wörth lagen an dem Morgen sechs Menschen, vorwiegend Schichtarbeiter, noch im Bett. „Sie hätten ersticken können“, sagte eine 81-jähriger Bewohner und reagierte beherzt: „Ich habe die Tür eingetreten, da kamen mir die Flammen entgegen.“ Zwei Bewohnerinnen in Erlenbach, erlitten Rauchgasverletzungen, sonst kamen keine weiteren Menschen zu Schaden. Sogar die Katze des Nachbarn im Dachgeschoss in Wörth konnte aus dem Qualm gerettet werden. Allerdings entstand ein erheblicher Sachschaden. So bezifferte der Vermieter in Erlenbach den Schaden auf 70.000 Euro. Das Dachgeschoss des Hauses in Wörth musste komplett abgetragen werden. Kosten zwischen 150.000 Euro und 200.000 Euro nannte der Hausbesitzer aus Karlsruhe. Brände, so erkannte das Gericht anhand des psychiatrischen Gutachtens, zogen sich durch das ganze Leben der Frau. Von Kindesbeinen an leidet sie unter Schizophrenie, war allein 80 Mal in der psychiatrischen Klinik Klingenmünster eingewiesen worden. Die Beschuldigte streitet die Taten ab und sieht sich einer Verschwörung gegenüber. In der Beweisaufnahme hatte das Gericht jedoch festgestellt, dass weder der Ehemann oder ein unbekannter Dritter als Täter infrage kommen. Zu den Taten war es auch gekommen, weil die Beschuldigte ihre Medikamente nicht konsequent eingenommen hatte. (mldh)