Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Faurecia: Mitarbeiter müssen kämpfen

Das letzte Hemd: Protestaktion der Faurecia-Mitarbeiter.
Das letzte Hemd: Protestaktion der Faurecia-Mitarbeiter.

Eine frühe Rente ist nur für wenige eine Option, die angebotenen Abfindungen sind in der Regel viel zu niedrig.

Viele der Faurecia-Beschäftigten in Hagenbach sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie wegen ihrer hohen Spezialisierung eher schlechte Karten, die Rente ist noch weit entfernt. Und die frühe Rente mit 63 ist nur für diejenigen unter ihnen eine Option, die kräftig vorgesorgt haben. Denn auch Gutverdiener kommen wegen der Abschläge nur auf eine Netto-Rente deutlich unter 2000 Euro. Riestern hilft da wenig.

Abfindungen, die einen zehnjährigen Einkommensverlust auffangen sollen, müssten für deutsche Verhältnisse gigantisch sein, zumal sie versteuert werden. Das kann auch der Laie überschlagen: Wer zehn Jahre lang 3000 Euro im Monat haben möchte (davon müssen dann noch Altersvorsorge und Krankenversicherung bezahlt werden), braucht bei einem durchschnittlichen Steuersatz von 35 Prozent rund 500.000 Euro. Mal 172 – so viele sollen bei Faurecia gehen – sind das 86 Millionen Euro.

Diese Dimensionen gibt kein Sozialplan her. Die Faurecia-Mitarbeiter müssen also um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen. Aber vielleicht machen die auf jeden Fall hohen Kosten für Abfindungen auch den Konzernvorstand nachdenklich.

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