Kreis Germersheim Für Stadtbahnen fehlen 45 Fahrer
Immer wieder kommt es zu Verspätungen auf der Stadtbahnlinie S51/52 oder S5 oder gar zu Zugausfällen. Für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft aus Karlsruhe, die Betreiberin der Strecken, ein ungemütliches Thema. Kai Kampermann, Leiter des betrieblichen Qualitätsmanagements bei der AVG, nannte dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr des Landkreises Germersheim als Gründe für die vielen Verspätungen unter anderem die Baustellen in Karlsruhe. Ist eine Bahn 5.59 Minuten später als der Abfahrtsplan das vorsieht, ist sie Kampermann zufolge noch pünktlich. Erst ab sechs Minuten ist die Stadtbahn unpünktlich. „Eine 100-prozentige Pünktlichkeit gibt es nicht“, sagt der AVG-Vertreter. Es gebe zu viele Einflüsse, die das nicht möglich machten. Für den eigenen Betriebsablauf steckt sich die AVG jährliche Ziele, was die Pünktlichkeit ihrer Bahnen auf den einzelnen Strecken betrifft. Auf der Stadtbahn-Line S5 von Karlsruhe nach Wörth-Dorschberg hat sich laut Kampermann die AVG dieses Jahr das Ziel gesetzt, dass 96,5 Prozent der Stadtbahnen pünktlich sind. Ihrer internen Statistik zufolge hat das Unternehmen dieses Ziel zumeist verfehlt. Nur 93,6 bis 95 Prozent aller Bahnen waren im Laufe dieses Jahres bisher pünktlich. Für eine Verspätung bis 3.59 Minuten hat sich die AVG das Ziel gesteckt, dass 93 Prozent der Bahnen rechtzeitig an den Haltestellen sein sollen. Hier sieht die Statistik noch schlechter aus. Zwischen 86,4 und 91,3 Prozent der Stadtbahnen erreichten die Stopps innerhalb des Verspätungszeitraums. Auf der Line S51/52 von Germersheim über Wörth nach Karlsruhe wollte die AVG 95 Prozent ihrer Bahnen pünktlich abfahren lassen. Zwischen 95,2 und 90,6 Prozent der Stadtbahnen schafften das. 91,5 Prozent der Bahnen sollten Kampermann zufolge maximal vier Minuten verspätet sein. Das schafften jedoch nur rund 85,6 Prozent der eingesetzten Stadtbahnen. Einfluss auf die Pünktlichkeit bei den Stadtbahnen nehmen unter anderem Wartezeiten am Germersheimer Bahnhof, die Großbaustellen in Karlsruhe, eine Ampelanlage die defekt ist und laut dem Karlsruher Tiefbauamt bis Ende 2017 repariert sein soll und mehr. Gegengesteuert hat die AVG laut Kampermann dadurch, dass auf den Strecken Germersheim, Wörth mit maximal 100 Stundenkilometern gefahren werden darf. Abends sollen die Fahrten der S5/S52 (84996 und 84998), die derzeit abgekuppelt werden, ab 2017 getrennt erfolgen. Hier gibt es eine Zeitersparnis von 18 bis 28 Minuten, so Kampermann. 99 Prozent aller Bahnen sollen nach Plänen der AVG ihr Ziel erreichen. Derzeit liegt die Quote bei 98 Prozent, sagt Kampermann. Wenn Bahnen ausfallen hängt das dem Fachmann nach zu 59 Prozent am Personal. Derzeit fehlen nämlich 45 Triebwagenfahrer. Um die Ausfälle möglichst gering zu halten, arbeiten die Bahnlenker teilweise „bis zu 160 Prozent“, sagt Kampermann. Alle zwei Monate beginne die AVG mit einem neuen Ausbildungskurs für 12 Triebwagenfahrer. Bis Jahresende werden 51 ausgebildet sein. Doch erst zum Jahresende 2017 rechnet Kampermann damit, dass die Fehlzahl gegen Null geht. Die Fahrgastzahlen steigen leicht an. Zwischen Montag und Freitag registriert die AVG auf der Strecke Germersheim-Wörth täglich 7756 Ein- und Ausstiege. Das sind rund 100 mehr als im 2. Halbjahr 2015. Zirka 4000 Gäste nutzen täglich die Stadtbahn während der Woche, sagt Kampermann auf Nachfrage. |wim