WÖRTH Für Industrie 4.0 trainieren

Ein Schüler erklärt bei der Einweihung die „Smart Factory“.
Ein Schüler erklärt bei der Einweihung die »Smart Factory«.

Ein deutsch-französisches Modellfabrik simuliert die reale Arbeitswelt. Kosten: rund 2,9 Millionen Euro.

Deutsche und französische Schüler für die Industrie 4.0 fit machen – das ist das Ziel der „Smart Factory“ („Intelligente Fabrik“), die in der ehemaligen Schreinerwerkstatt der BBS eingerichtet wurde. Sie ist eingebunden in ein deutsch-französisches Kompetenz- und Lernnetzwerk. Die Modellfabrik simuliert die reale Arbeitswelt – beispielsweise den Transport aus einem Hochregallager über die Bearbeitung und die Qualitätskontrolle bis hin zum Vertrieb.

Mit der „Smart Factory“ und den dazu gehörenden Übungsstationen können die Auszubildenden in Produktionsteams an einer modernen Anlage praxisnahe Projekte bearbeiten. „Gemeinsam mit den französischen Partnern aus Haguenau und Saar-Union werden geeignete Lernsituationen zum Themenkomplex Industrie 4.0 erarbeitet“, erläuterte der stellvertretende Schulleiter der BBS und Mitinitiator des Projektes, Ingolf Käsmeier.

Die praktische Arbeit an den verschiedenen Übungsstationen und den einzelnen Modulen erläuterten der RHEINPFALZ drei Schüler, die im zweiten Lehrjahr eine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik absolvieren: Jannis Drayß (Hochdorf-Assenheim), Nicolas Zwick (Offenbach) und Micha Günther (Zeiskam). Sie haben nach der Mittleren Reife ihr Fachabitur „Informatik und Technik“ gemacht. Ihre Ausbildungsbetriebe haben die schulische Ausbildung in Wörth arrangiert, die einmal im Monat eine Woche lang stattfindet.

„Wir sind 20 Schülerinnen und Schüler in der Klasse. Wir haben Gruppen mit zwei bis drei Schülern gebildet. Zum Einstieg hat jede Gruppe an einem der zwölf Module gearbeitet. Dann haben wir eine Programmentwicklung für den Prototyp Handy erstellt. Bisher hatten wir alles theoretisch programmiert, jetzt praxisorientiert“, erzählen sie und zeigen den Ablauf auf dem „Band“. „Wir können schön sehen, was man später erwartet. Das ist sehr vielseitig und abwechslungsreich“, meinen die drei. Die Partnerschule in Frankreich hat das Ganze virtuell. Dann kommen diese nach Wörth um hier praktisch zu arbeiten und die Wörther fahren nach Frankreich zur virtuellen Arbeit.

Alleine die Anschaffung der „Smart Factory“ hat rund eine Million Euro gekostet. Mit Umbau- und Sanierungskosten in der BBS sowie Personalkosten und Kosten für die Organisation des grenzüberschreitenden Austauschs von Lehrern und Schülern belaufen sich die Kosten insgesamt auf rund 2,9 Millionen Euro. Der Landkreis als Projektträger hatte aus dem EU-Förderprogramm über eine Million Euro erhalten, das Land Rheinland-Pfalz hat über die Schulbauförderung die Baumaßnahme mit 570 000 Euro unterstützt. Projektpartner sind unter anderem auch das Wirtschafts- und das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz sowie die Region Grand Est und der Eurodistrict PAMINA.

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