Wörth Europa-Gymnasiastinnen beim Schülerklimagipfel
Beim ersten Schülerklimagipfel in Wörth im Sommer 2023 hatten Janne Riess und Amelie Schmidt, beide Schülerinnen am Europa-Gymnasium Wörth und dort in der Umwelt AG, einen Impulsvortrag zur Klima(un)gerechtigkeit gehalten. Daraufhin bat Gipfel-Organisator Markus Tenkhoff den Lehrer Oliver Löscher, mit den Schülerinnen den Vortrag beim Schülerklimagipfel in Gütersloh zu wiederholen. Der Beitrag des Europa-Gymnasiums war damit der einzige aus Rheinland-Pfalz, sagt Löscher gegenüber der RHEINPFALZ. Inzwischen wurden die beiden Schülerinnen zum Schülerinnen-Zukunftsgipfel im April in Mainz eingeladen.
Amelie Schmidt klärte erst in Wörth, dann in Gütersloh unter anderem darüber auf, dass der CO2-Fußabdruck als Marketing-Aktion des Kohlekonzerns BP (British Petroleum) erfunden wurde, um die Schuld an der Klimakrise auf die einzelnen Bürger zu verlagern. Janne Riess beleuchtete neue Aspekte zum Thema Klima(un)gerechtigkeit. Besonders betroffene Gruppen sind demnach die, die durch soziale oder politische Strukturen benachteiligt sind.
Klimaschutz im Alltag
Wie setzen die beiden Schülerinnen den Klimaschutz im Alltag um? „Ich versuche, wenig wegzuschmeißen, sondern Dinge zu reparieren oder recyceln – in jedem Bereich“, sagt Amelie. „Ich bin seit fast zwei Jahren Vegetarierin und bemühe mich, ’Fast Fashion’ zu vermeiden“, sagt Janne. „Die vegetarische Ernährung führt auch dazu, dass meine Familie deutlich weniger Fleisch und Fisch isst.“
Beim Thema Verzicht setzen die beiden unterschiedliche Schwerpunkte: „Verzicht ist immer ein starkes Wort – aber das Reduzieren von Plastikmüll wäre ein guter Anfang“, sagt Amelie. „Außerdem natürlich ganz klassisch – mehr Bahn weniger Auto.“ Für Janne ist eine Sensibilität gegenüber der Ernährung sehr wichtig. „Es gibt inzwischen so viele Möglichkeiten, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, dass es immer leichter wird, die tierischen Produkte zu reduzieren.“
Mehr Engagement wünschenswert
Hinsichtlich der Problematik des Klimawandels sieht Amelie eine Aufteilung ihrer Mitschüler in zwei Extreme: „Die eine Gruppe, die sich sehr für die Umwelt engagiert, und die anderen, die davon nichts hören möchten.“ Dazu komme oft auch, dass sich einige über solche Themen lustig machen oder sie zumindest scheinbar nicht ernst nehmen, beschreibt Janne. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es wirklich immer so meinen, aber ein bisschen mehr Solidarität und Engagement wäre natürlich wünschenswert.“