Kreis Germersheim Etwas mehr Zeit

Nicht erst durch den der Corona-Pandemie geschuldeten Zwang zu viel mehr „Homeschooling“ und „Homeoffice“ machte deutlich, wie schwach die Internetverbindungen vielerorts sind. Der Ruf nach „schnellem Internet“ und effektiver „Digitalisierung“ ist seit langem zu vernehmen. Das Angebot, Glasfaserleitungen überall dahin zu legen, wo eine Mindestanzahl von Anliegern dies wünscht, sollte daher reiflich bedacht werden. Die Deutsche-Glasfaser rührte im vergangenen Jahr in den Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde Kandel kräftig und letztlich mit Erfolg die Werbetrommel. Nun wandte sich die Firma mit Hauptsitz im westfälischen Borken auch der Stadt Kandel zu und begann eine weitere Informationskampagne. Die begann aber zum falschen Zeitpunkt und fiel mitten in den neuerlichen Lockdown. Versammlungen selbst in kleineren Zielgruppen waren nicht mehr möglich, das Büro in der Bahnhofstraße musste vorübergehend geschlossen werden und persönliche Begegnungen fielen flach. Info-Angebote also, die in den Umlandgemeinden immer wieder zu einer Erhöhung der Nachfrage geführt hatten, konnten es in Kandel gar nicht geben. Dass sich jetzt die Fraktionen im Kandeler Stadtrat zusammentun und gemeinsam am „Glasfaser-Strang“ ziehen wollen, das ist nur zu begrüßen. Vielleicht überlegen sich einige Kandeler Haus- und Grundbesitzer doch noch, ihre Immobilie durch einen Glasfaseranschluss auch aufzuwerten, selbst wenn sie ihn persönlich meinen gar nicht notwendig zu haben. Wer weiß das aber heute schon? (Siehe oben!) Auch Betriebe und Schulen waren auf das „digitale Zeitalter“ nicht ausreichend vorbereitet. Die Zukunft wird zeigen, dass das eine Infrastrukturmaßnahme ist, auf die man nicht mehr verzichten sollte. Vielleicht erkennt aber auch die Deutsche Glasfaser das in Kandel vorhandene Kundenpotenzial (in absoluten Zahlen) und lässt den Menschen hier einfach etwas mehr Zeit, auch über den 1. März hinaus. |fh
