Kreis Germersheim Erst einmal etwas Ruhe

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GERMERSHEIM/WÖRTH. Als Reinhard Werner am 15. Dezember 1976 seinen Dienst beim Internationalen Bund (IB) in Mainz antrat, hätte er nicht geglaubt, dass er bei dem damals noch recht übersichtlichen Verein sein ganzes berufliches Leben verbringen würde. Am Mittwoch ist sein letzter Arbeitstag.

Das Aufgabenspektrum wuchs schnell und ständig, der Aufstieg in die Landesgeschäftsführung brachte neue Herausforderungen mit sich und der Standortwechsel von Mainz über Ludwigshafen führte den studierten Sozialpädagogen letztlich bis nach Germersheim. „Ich hatte Glück“, bilanziert Werner. Der IB sei mit der Zeit immer professioneller geworden. „Die neuen Anforderungen haben aber auch viel Bürokratie mit sich gebracht“, sagt Werner im Rückblick. So werde heute jede Maßnahme ausgeschrieben und der Konkurrenzkampf unter den Einrichtungen sei gewachsen. „Früher kam ein Telefonanruf, ob man dieses oder jenes Angebot durchführen kann“, erinnert sich der dreifache Familienvater, der das Jugendzentrum „Hufeisen“ in Germersheim oder das Mehrgenerationenhaus in Wörth etablieren konnte. Das Verbreitungsgebiet, dem der Einrichtungsgeschäftsführer vorsteht, ist groß und erstreckt sich über die Süd- und Vorderpfalz von Germersheim und Wörth bis nach Frankenthal. „Die Angebote reichen von der Wiege bis zur Bahre“, sagt Werner und nennt den Treff für junge Mütter und die Internetkurse für Senioren als Projekte, die ihm besonders am Herzen liegen. „Für die Kinderstädte Astropolis und Kätschapaso sind wir weit über die Region hinaus bekannt“, sagt Werner und betont die starke Zusammenarbeit der Kollegen. „Das ist ein wirklich tolles Team.“ Das Verhältnis und der Umgang mit den Jugendlichen haben sich verändert. So erinnert sich Werner an Zeiten, als die Pädagogen regelrecht Angst vor den Jugendtreffs hatten oder diese fluchtartig nach Feierabend verließen. „Heute sehe ich Jungs, die Senioren selbstverständlich die Tür aufhalten und Erwachsene, die die laute Musik überhaupt nicht stört.“ Der 63-Jährige wird den Kollegen noch etwa ein halbes Jahr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dennoch wünscht er sich vor allem, „mal in Ruhe gelassen zu werden“. Ganz wird er dem IB den Rücken nicht kehren. „Da findet sich sicherlich die ein oder andere ehrenamtliche Aufgabe.“ (bja)

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