Winden Erneute Ausschreibung für Kita-Anbau nötig

Die Kita Storchennest soll erweitert werden. Nicht nur ein Kostenproblem. Das Foto zeigt eine andere Kita.
Die Kita Storchennest soll erweitert werden. Nicht nur ein Kostenproblem. Das Foto zeigt eine andere Kita.

Ein Kita-Neubau würde zu teuer. Stattdessen soll angebaut und saniert werden. Weil für den Neubau schon einiges in Gang gesetzt wurde, müssen nun Verträge gekündigt und eine neue Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Diskussionsstoff für den Gemeinderat Winden, der nun tagt.

Die Kindertagesstätte wird um eine dritte Gruppe erweitert und modernisiert. Das hatte der Rat bereits vor Kurzem beschlossen. Diese „Anbauvariante“ wird, so war zu hören, voraussichtlich rund zwei Millionen Euro billiger als ein Neubau auf dem „Schlicherbuckel“. Hier hat die Ortsgemeinde bereits ein Grundstück erworben. Verschiedene Planungsaufträge wurden im Mai letzten Jahres vergeben, weitere Verträge im Juli unterzeichnet. Kurz vor Weihnachten sorgte die Kostenberechnung des Architekturbüros Krüger aus Karlsruhe für einen Schock: knapp sechs Millionen Euro für einen Neubau. Nach Ansicht der allermeisten Ratsmitglieder nicht finanzierbar.

In der Folge stellte der Architekt Vergleichskostenberechnungen an für einen Neubau sowie Anbau und Sanierung. Daraufhin fiel besagter Grundsatzbeschluss. Allerdings waren Aufträge bereits vergeben, ohne dass die Ortsgemeinde sie abgerufen hatte. Inklusive Grundstückspreis waren etwa 701.000 Euro für den „Neubau“ geflossen. Die Gemeinde erhielt zwischenzeitlich von der Zentralen Vergabestelle Wörth/Kandel/Hagenbach (ZV) sowie vom Büro Datz und Kallmann aus Mainz den Hinweis, die Planungsleistungen für die „Sanierungs- und Erweiterungsvariante“ erneut auszuschreiben – wieder europaweit. Zudem empfahl das Büro, sofort alle Architekten- und Ingenieurverträge für den Kita-Neubau fristlos zu kündigen. Der Gemeinde- und Städtebund bestätigte die Auffassung des Rechtsanwaltes Braun aus Mainz.

Der Gemeinde wird wohl der Empfehlung folgen müssen. Die restlichen Honorarkosten betragen rund 25.000 Euro. Weitere 15.000 Euro kostet die „Betreuung der nochmaligen europaweiten Ausschreibung“ durch das Büro Datz und Kullmann. Die Verwaltung in Kandel und ZV empfehlen der Gemeinde dringend, die Verträge zu kündigen, um nicht gegen Vorgaben zu verstoßen und zu riskieren, keine oder weniger Zuschüsse für den Anbau zu bekommen. Derzeit rechnet Winden mit knapp 300.000 Euro Förderung, sagte Ortsbürgermeister Peter Beutel am Montag der RHEINPFALZ. Man wolle alles tun, um das Kita-Projekt voranzubringen. Auch Beutel ist über die Vorgaben zur erneuten „europaweiten Ausschreibung“ verärgert, sieht aber keine Alternative. Unklar sei noch, was mit dem Grundstück „Schlicherbuckel“ passiert. Sicher sei dagegen, dass es im geplanten Neubaugebiet „Kirschgarten“ einen Bauplatz weniger geben wird. Die Fläche wird für den Kita-Anbau benötigt.

Info

Sitzung Gemeinderat Winden, Dienstag, 18. Juli, 19 Uhr, Bürgerhaus.

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