Kreis Germersheim
Erlenbach: Rat verhilft Anwohner zu weniger Einblick in seinen Garten
Der Schutz der Privatsphäre geht vor: Im Geltungsgebiet des Bebauungsplanes „Im Niederfeld“ darf ein Anwohner vom B-Plan abweichen und die Einfriedung teilweise um 60 Zentimeter auf 1,6 Meter erhöhen. Dies beschloss der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Damit setzte sich der Rat über die Empfehlung der Kandeler Verwaltung hinweg, die aus „städtebaulichen Gründen“ eine Erhöhung ablehnte.
Der Antragsteller wohnt in einem Eckgrundstück und wollte einfach etwas mehr Privatsphäre haben. Denn sein Garten ist leicht einsehbar, hier wollte er die Einfriedung auf 1,6 Meter erhöhen. Um den Straßenverkehr im Kreuzungsbereich nicht zu gefährden, will er dort die Mauer langsam auf einen Meter absinken lassen.
An anderen Kreuzungen gelten andere Regeln
Der Grundstückseigentümer hatte Pech, dass sein Grundstück im Bebauungsplangebiet Bebauungsplan „Im Niederfeld“, der aus dem Jahr 1972 ist, liegt. Eine Kreuzung weiter steht eine Einfriedungsmauer in der vom Antragsteller gewünschten Höhe, wie auch an anderen Kreuzungen im Ort, wo andere B-Pläne gelten.
„Hat uns das auf anderen Grundstücken jemals gestört?“, fragte ein Ratsmitglied denn auch und der Rat genehmigte die Änderung. In diesem Zusammenhang will Ortsbürgermeister Maik Wünstel einen Arbeitskreis gründen, der sich mit den verschiedenen Bebauungsplänen beschäftigt. Rund neun Stück mit verschieden Auflagen und Genehmigungen gibt es wohl. Wenn möglich, sollten sie vereinheitlicht werden.
Zudem beschloss der Rat, ein Darlehen über rund 16.000 Euro aufzunehmen, um den Haushalt auszugleichen. Die Baustelle sei etwas teurer als gedacht gewesen, so Wünstel. Der Kredit bei der VR-Bank, die mit Abstand das beste Angebot macht, läuft fünf Jahre bei einem Zinssatz von 0,47 Prozent.
Ranken sollen Verkehr auf Straße halten
Schließlich soll ein Antrag zur Förderung durch die Dorferneuerung gestellt werden. Nachdem schon länger geplant war, Bänke auf Feldwegen und Blumenkübel im Ort aufzustellen, sollen jetzt noch bis zu fünf Blumenranken in der Haynaer Straße angebracht werden. Diese sollen verhindern, das Autofahrer den Gehweg befahren, wenn die Parkbuchten gerade nicht beparkt werden. Rund 30.000 Euro würde die Gesamtmaßnahme kosten, 65 Prozent können bezuschusst werden.