Kreis Germersheim
Erfolgreiche Idee: Ein Stück Pfalz in der Gin-Flasche
Drei junge Südpfälzer haben sich dieses Jahr einen Traum verwirklicht, den sie vor zwei Jahren zu träumen begonnen haben: Sie sind die Männer hinter Rebholz Gin. Der Gin aus der Südpfalz ist so erfolgreich, dass die zweite Charge vor der Abfüllung steht.
Vor etwas mehr als zwei Jahren ist in Folge der Bellheimer Gartentage die Idee geboren worden, einen Südpfälzer Gin zu kreieren. „Wir haben beide bei den Gartentagen Tobias beim Ausschank geholfen“, erzählt Paul Fischer (29) und blickt seinen Kompagnon Philipp Müller (29) an. Nach getaner Arbeit lud Tobias Müller vom Bellheimer Weinrot seine Helfer zum Grillfest ein. „Anschließend haben wir Gin-Tonic getrunken“, ergänzt Müller. „Das können wir besser, haben wir uns dann gedacht“, sagt Fischer. „Und daraus ist dann Rebholz Gin entstanden. Ein Gin, der ein Stück Pfalz in der Flasche hat.“
Der Duft vom Pfälzer Wald
Gin herstellen, Gin trinken – der Wachholderschnaps wird überall hoch gefeiert. „Wir denken, dass er von den Getränkekarten nicht mehr verschwinden wird“, stimmen Müller und Fischer überein, während Tobias Höhl am Herd vom Weinrot sich zur Mittagszeit ums Wohl seiner Gäste kümmert. Der Markt bietet schon sehr viele Gins, geschmacklich sind sie sehr unterschiedlich. „Wir wollten einen Gin machen, der die Pfalz repräsentiert“, sagt Fischer. Es gehe dabei auch um unsere Lebensweise, unsere Kultur und nicht zu vergessen unsere Heimat. Als Botanicals, also die Aromen, die dem Gin seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen, haben sich die drei jungen Unternehmer für Fichtennadel, Lavendel, Rosmarin und Brennnessel entschieden – „dem Duft des Pfälzer Waldes“ wie Fischer sagt. „Orange, Zitrone, Pomeranze und Heidelbeeren sind weitere Zutaten“, zählt Müller auf. Wachholderbeeren dürfen natürlich nicht fehlen. Nachdem die Idee des Pfälzer Gins geboren war, sei man auf die Suche nach einem Schnapsbrenner gegangen, der bereits Erfahrung mit dem Brennen von Gin hat und zu den Dreien passte. „Wir haben viel probiert“, sagt Müller. Das Ergebnis sei der Rebholz Gin. „Einfach, unkompliziert und doch einzigartig“, beschreibt Fischer den Geschmack. „Und, wir sind biozertifiziert.“ Alle Zutaten haben Bioqualität. Die Zertifizierung habe viel Zeit in Anspruch genommen. Ebenso wie die Gestaltung des richtigen Etiketts oder die Form der Flasche.
Dallas und der Gin
Neben dem Etikett ziert ein Fabelwesen die Gin Flasche – Dalles, der Hüter des Rebholz Gins. Das Tier hat den Kopf eines Fischotters (Fischer wohnt in Ottersheim), der Mittelteil kommt von einem Hund (Höhl lebt in Bellheim) und der Schwanz ist der eines Fisches (Müller ist Winzer in Kleinfischlingen). Somit ist im Gin nicht nur der Geschmack der drei Ginproduzenten vereint, sondern sie repräsentieren auch ihre drei Heimatorte. Und der Name Dallas des Fabeltieres stammt vom Wachhund, der das Lager mit den Spirituosen-Kartons bewacht. Doch die Kartons mit dem Gin verlassen recht schnell das Lager. Der Verkauf der 1. Charge startete im Mai dieses Jahres – 500 Liter. Da die drei Pfälzer auf ihren Erfolg hofften, hatten sie gleich Nachschub angesetzt, der vor dem Verkaufsstart gebrannt wurde. Nun wird dieser auch in Flaschen gefüllt. „Wir lassen unseren Gin vier bis sechs Monate in den Edelstahlfässern“, sagt Müller. Normal seien oft nur drei Monate. Die dritte Charge sei ebenfalls schon angesetzt, freuen sich die Drei. Neben vielen Privatkunden laufe jetzt auch das Geschäft mit Supermärkten in der Region an. Neben vier Edeka-Märkten zählen auch sechs SBK-Märkte und der C&C Großeinkauf in Landau zur Kundschaft. Verkosten kann man den Gin auch in Gastronomien in der Region. Auch auf dem Lingenfelder Straßenfest soll er ausgeschenkt werden. Um auch eine offizielle Bestätigung für die Qualität ihres Gins zu erhalten, werden die Macher von Rebholz Gin ihr Produkt bei einer Prämierung vorstellen.
Pur oder mit Tonic
Um den Geschmack von Gin zu erfassen, raten die drei Produzenten Gin pur mit oder ohne Eis zu trinken. Sie selbst mischen ihren Gin für einen Gin Tonic mit Fever Tree Indian Tonic. Garniert mit Rosmarin und einer Orangen Scheibe. Eine weitere Variante ist der „Dallas to my Heart“-Longdrink, der von Frauen bevorzugt wird, mit Blaubeeren und Thymian, Gin und Tonic sowie einem Schuss Johannisbeerschorle. Info www.rebholzgin.de