Wörth
Entscheidung über Bau des Kombibads vertagt
Bis zum Herbst sollten Baugenehmigung und Förderbescheide vorliegen, im November sollte der Bäderausschuss tagen und für den Stadtrat eine Empfehlung abgeben, im Dezember sollte der Stadtrat dann einen endgültigen Beschluss zum Ganzjahresbad im Badepark fassen. So hatte es der erste Beigeordnete Rolf Hammel (SPD), gleichzeitig auch Vorsitzender des Bäderausschusses, im Sommer geplant. Nun, der Ausschuss hat am letzten Tag des Novembers getagt, aber alle anderen Pläne haben sich zerschlagen – zumindest vorläufig.
Bereits seit 2016 beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Bau eines Kombibades, also Hallenbad und Sauna, als Ersatzneubau für das marode Hallenbad. Das Kombibad soll im Badepark gebaut werden. 2020 fasste der Stadtrat nach einem Architektenwettbewerb einen entsprechenden Grundsatzbeschluss. Bisher seien Gesamtplanungskosten von rund 1,48 Millionen Euro angefallen, sagte Hammel am Donnerstag. Die größten Posten sind dabei die Kosten für Ingenieurplanungen von rund 356.000 Euro und Architektenhonorare von 306.000 Euro. Auch einige Gutachten mussten erstellt werden.
Warten auf Baugenehmigung
Angesichts der in den vergangenen Tagen getroffenen Aussagen frage man sich etwa beim Schwimmverein, ob noch etwas komme oder nicht, sagte Peter Poreba (SPD). „Oder stehen wir bald ganz ohne Schwimmbad da.“ Poreba spielte auf die Äußerungen des am Sonntag gewählten neuen Bürgermeisters Steffen Weiß (FWG) an, der am 1. Juli 2024 sein Amt antritt. Weiß hatte nach seiner Wahl gesagt, dass alle geplanten Großprojekte auf den Prüfstand müssten. „Immerhin haben wir schon enorm viel an Steuergeld ausgegeben“, meinte Poreba. Er habe vor vier, fünf Jahren vom Stadtrat den Auftrag der Bauplanung übernommen, so Hammel: „Und den werde ich auch umsetzen.“ Dass das ganze Geld kosten würde, sei dem Stadtrat klar gewesen. Klaus Ritter (CDU) sagte: „Eigentlich sollten wir ja schon viel weiter sein. Aber klar ist: Haben wir das Geld, dann wird gebaut, haben wir es nicht, dann wird nicht gebaut.“
Zunächst präsentierte Architektin Andrea Litterer vom Büro Kauffmann, Theilig & Partner aus Stuttgart noch einmal die Alternativen. Es habe sich nichts mehr geändert, seit im Juli die Pläne zur Genehmigung eingereicht worden seien. Mit der Genehmigung rechne man in allernächster Zeit, so Litterer. Die Kosten für die vom Stadtrat bereits bewilligte Variante werden demnach auf 26,4 Millionen Euro geschätzt, die abgespeckte Version mit kleinerem Saunabereich und ohne Restaurant würde rund 21,65 Millionen Euro kosten. Wollte man das alte Hallenbad erhalten, müssten rund 17,8 Millionen Euro ausgegeben werden. Während die Kostenberechnungen für die Neubau-Varianten belastbar seien, seien sie das bei der Hallenbadsanierung nur bedingt, so Litterer. Bei der Sanierung eines alten Gebäudes wisse man vorher nie, was noch so alles an Kosten anfalle.
Hoffen auf Geld von der EU
In allen Fällen ist klar: Ohne Zuschüsse geht nichts. Hammel berichtete von zahlreichen Gesprächen auf verschiedenen Ebenen. Demnach erwarte man vom Bund 3 Millionen Euro, vom Land ebenso. Während die Zusage aus Mainz stabil sei, wisse man das bei Berlin nicht. „Normalerweise kommen die Förderbescheide vom Bund im November. Bis jetzt ist nichts da. Die haben dort halt ein 60-Milliarden-Euro-Loch im Haushalt“, gab Hammel zu bedenken. Hoffnung kann man sich auch auf Geld aus dem Interreg-Programm der EU machen. Hammel war deshalb am Donnerstag in Straßburg. Voraussetzung sei, dass man einen Partner im Elsass finde. „In der Vergangenheit waren regelmäßig Schulen oder der Schwimmverein aus Lauterbourg bei uns“, sagte Hammel. Mit Lauterbourg sei man im Gespräch. Von der EU könnte demnach ein Zuschuss in Höhe von 2 Millionen Euro kommen. Außerdem rechnet man bei der Stadt mit einem Erlös von 2,2 Millionen Euro aus dem Verkauf des Hallenbad-Geländes. Eine Unbekannte sind allerdings noch die Abrisskosten.
„Zum jetzigen Zeitpunkt besteht kein Grund, das Projekt sterben zu lassen“, meinte Klaus Ritter. Eine Empfehlung für den Stadtrat, der letztlich entscheiden muss, wollte der Ausschuss nicht abgeben. Das könne man erst machen, wenn die Förderbescheide vorlägen, war die einhellige Meinung. Der Ausschuss tagt erst wieder im März. „Wenn vorher etwas kommt, berufe ich eine Sondersitzung ein“, kündigte Hammel an. Geplant war, im Frühjahr die Arbeiten auszuschreiben und im Herbst mit dem Bau zu beginnen. 2026 sollte alles fertig sein. Den Zeitplan werde man wohl nicht einhalten können, sagte Litterer.