Kreis Germersheim Endlich einmal Zeitungsstar

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Astropolis. Endlich darf ich mal ein richtiger Zeitungsstar sein! In der Kinderstadt Astropolis in Wörth bin ich richtig gefragt. Viele Kinder tummeln sich um mich, reichen mir die Hand oder wollen mein Fell streicheln. Da muss mein Begleiter schon mal aufpassen, dass mir niemand aus Versehen auf den Schwanz tritt.

„Ist es Dir mit Deinem dichten Fell nicht zu warm in der Sonne?“, will der zehnjährige Lukas aus Lustadt wissen. Er arbeitet heute für die Zeitung der Kinderstadt, das Astroblatt, und möchte mich zusammen mit seiner Kollegin Ronja-Lina interviewen. Natürlich ist es mir ein wenig heiß, doch das macht nichts. Hauptsache die Kinder freuen sich, mich zu sehen. Viel Zeit haben Lukas und Ronja-Lina aber nicht für mich. Ein paar kurze Fragen, ein schnelles Foto und schon müssen sie weiter. Heute sind nämlich Bürgermeisterwahlen und da gibt es noch einiges zu tun. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem der Bürgermeisterkandidaten. Sie werden schnell fündig. Der zehnjährige Fynn steht ihnen gerne Rede und Antwort, schließlich braucht er noch Wähler. Er ist bereits zum vierten Mal in der Kinderstadt und möchte als Bürgermeister die Mittagspause verkürzen und die Strafen bei Regelverstößen verringern. Letzteres kann Lukas nicht verstehen und äußert deshalb den Verdacht, dass der Kandidat ja vielleicht selbst gegen eine Regel verstoßen haben könnte. „Natürlich nicht“, wehrt sich Fynn, „ich finde 30 Astros für einen Diebstahl nur zu viel.“ Für 30 Astros könnte man sich fünfzehn Astroblätter kaufen, eins kostet nämlich nur zwei Astros. Das ist die Geldwährung in der Kinderstadt. „Für sein Geld bekommt man einiges“, sagt Erik. Er ist bereits den zweiten Tag in der Redaktion und kennt sich aus. „Wir machen Werbung für die einzelnen Geschäfte, schreiben Nachrichten und Interviews auf“, erklärt der Siebenjährige aus Wörth. So lautete gestern eine Schlagzeile: „Sticker-schwarz-Handel in Astropolis!“ Heute wird das Team über die Feuerwehr berichten. Diese spritzen sie immer nass und behindern somit ihre Arbeit bei der Presse. „Wahrscheinlich haben sie etwas zu verbergen“, vermutet Eric, „das werden wir auf jeden Fall beobachten“. Der neunjährige Luis möchte seine beste Freundin Luisa grüßen. Das kostet ihn nur wenige Astros. „Luis grüßt Luisa“ wird nun also gegen Nachmittag in der Zeitung zu lesen sein. Bei der Gestaltung der Seiten werden die Kinder von ihrem Betreuer Benjamin Werné unterstützt. Der 18-Jährige steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite und korrigiert hin und wieder auch mal den ein oder anderen Rechtschreibfehler. Doch Hilfe brauchen sie nur wenig. „Die Kids sind sehr motiviert und haben keinerlei Ängste“, sagt Benjamin. Und falls den Nachwuchsjournalisten doch mal die Ideen ausgehen, schlendern sie einfach durch die Kinderstadt. Dort ist schließlich immer was los. (resc)

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