Büchelberg Eiserne Hochzeit: Ehepaar schaut auf „bewegtes Leben“ zurück

Feiern ihr besonderes Ehejubiläum: Alice und Heinrich Braun.
Feiern ihr besonderes Ehejubiläum: Alice und Heinrich Braun.

Es ist heutzutage ein seltenes Fest: Alice und Heinrich Braun feiern ihre Eiserne Hochzeit. Vor 65 Jahren sind sie vor den Standesbeamten im Rathaus ihrer Heimatgemeinde getreten. Einen Tag später gaben sie sich in der Büchelberger Sankt-Laurentius-Kirche das „Ja“-Wort.

Von einem „bewegten Leben“ sprechen Alice und Heinrich Braun, wenn man sie nach ihrer Geschichte fragt. Alice wie Heinrich waren jeweils die ältesten Kinder ihrer Eltern und mussten sich – wie es damals üblich war – um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Heinrich hatte drei Geschwister, Alice war die älteste von sechs Kindern. Heinrichs Vater war zudem als Frühinvalide gehandicapt und auf die Unterstützung angewiesen. Heinrichs Schulzeit begann nicht in Büchelberg, sondern in Mainfranken. Dorthin war seine Familie ausgewiesen worden, als der Zweite Weltkrieg begann.

Noch weitere Male musste die Familie aufgrund des Krieges Büchelberg verlassen. Nur zu gerne hätte der junge Heinrich nach seiner Schulzeit in Büchelberg eine Lehre begonnen – doch die Umstände ließen es nicht zu. Er verdingte sich als Waldarbeiter, lernte Stämme rücken mit dem Pferdegespann. Der junge Mann gründete ein Sägewerk, das er viele Jahre lang betreiben sollte. Zudem arbeitete er später auch noch 18 Jahre lang im Wörther Daimler-Werk.

Kindheit von Schrecken des Krieges geprägt

Da war er schon lange verheiratet mit Alice, die er als Schwester seines Freundes Robert kennen gelernt hatte. Auch sie erinnert sich an die Kriegszeit. Ihr Vater war ab 1938 Soldat und kam erst 1946 aus der Gefangenschaft zurück. Alice Braun erinnert sich an so viele Dinge, auch an Aufenthalte in Kinderheimen, als die jüngeren Geschwister geboren wurden oder an Besuche bei der Familie eines Westwall-Arbeiters in Thüringen. Die Erfahrungen aus der Evakuierung und der Schrecken der Kriegs- und Nachkriegszeit haben die beiden geprägt. Ja, sie haben die „schlechte Zeit“ keineswegs vergessen, wie sie sagen. Auch Alice blieb nach der Schulzeit daheim, musste in der Familie mithelfen. Schließlich, Alice und Heinrich waren ein verliebtes Paar geworden, rückte 1959 der Tag ihrer Hochzeit näher. Gefeiert wurde im Gasthaus „Zur Traube“. Das junge Paar zog zu den Eltern der Braut ins Haus in der Turmstraße, wo die beiden noch heute wohnen.

Freude über große Familie

Bald stellte sich Nachwuchs ein. Man freute sich über die Geburt einer Tochter und von zwei Söhnen. Mittlerweile gehören auch sieben Enkelkinder zur Familie. Neben ihrer Arbeit in Haushalt, Sägewerk und Autofabrik gingen beide gerne in die Singstunden: Alice sang im Kirchenchor, Heinrich im Männerchor. Außerdem gehörte Heinrich der Freiwilligen Feuerwehr an. „Man hat halt geholfen, wo man konnte“, erinnert sich die 91-Jährige und freut sich mit ihrem Mann zusammen auf die „Eiserne Hochzeit“, die sie heute feiern dürfen.

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