Winden Einwohnerversammlung: Sorge vor Starkregen und Schlamm

Die Einwohnerversammlung mit Eleonore Beinghaus am Mikrofon. Sie stellt die Initiative „Unser Dorf hat Zukunft“ vor.
Die Einwohnerversammlung mit Eleonore Beinghaus am Mikrofon. Sie stellt die Initiative »Unser Dorf hat Zukunft« vor.

Etwaige Straftaten im Dorf bewegen die Bürger weniger als eine andere, sehr konkrete Bedrohung .Doch der Schutz vor Starkregen ist teuer.

Von einem „sicheren Ort“ sprach der Leiter der Polizeiinspektion Wörth, Thomas Lederer, bei der Einwohnerversammlung im Bürgerhaus, als er die Polizeistatistik für 2023 vorstellte. Immer wieder, so Ortsbürgermeister Stefan Moschko, gebe es vor allem im Bereich des Bahnhofes kleinere Vorfälle, die die Bürger etwas beunruhigten. Wie zu erfahren war, nahm die Polizei im Bereich der Ortsgemeinde 2023 insgesamt 15 Unfälle auf, einen weniger als im Vorjahr. Straftaten wurden insgesamt 39 gezählt bei 664 Fällen in der gesamten Verbandsgemeinde Kandel. Davon ereigneten sich sechs Fälle im Bereich der Bahnhofstraße und am Bahnhof.

Alles sei also nicht so dramatisch, so die Bewertung der Polizei. Wichtig sei ihr die Präventionsarbeit und eine gute Beratung der Bürgerinnen und Bürger. Wünschenswert sei, so Ortsbürgermeister Moschko, dass die Bundespolizei sich öfter im Bereich des Bahnhofes sehen lasse.

Noch viele Nachwirkungen vom August

Während aus den Reihen der rund 100 Teilnehmer der Einwohnerversammlung hierzu keine Fragen gestellt wurden, merkte man beim Thema „Starkregenereignisse“ doch deutlich, wie dieses Problem vielen Menschen unter den Nägeln brennt – vor allem nach dem Starkregen am 2. August, dessen Folgen viele Menschen in Winden wie in der Nachbargemeinde Minfeld noch heute beschäftigen. In Winden wurden mehrere „Problemzonen“ ausgemacht, etwa der westliche Ortseingang mit viel Schlamm von den nahen Feldern und der östliche Ortsausgang mit dem Tunnel unter der Eisenbahnlinie. Nicht mehr funktionsfähig sei auch der bisher als Notwasserweg 2 bezeichnete Graben.

Mehrfach hat sich bereits eine eigene Projektgruppe mit dem Thema beschäftigt, auch Vertreter der Werke und der Straßenmeisterei Annweiler waren beteiligt. Als eine mögliche Schutzmaßnahme bezeichnete Moschko die Verlegung einer neuen Leitung für das Oberflächenwasser im künftigen Neubaugebiet „Kirschgarten“. Hierfür fallen Kosten an, die hier einen Anteil von rund 12 Prozent an den Gesamtkosten für das Neubaugebiet von 6,1 Millionen Euro betragen. Stück für Stück müsse geprüft werden, wie die Gemeinde oder die Verbandsgemeinde hier Abhilfe schaffen können.

Viele Absagen von Interessenten für Bauplätze

Zu spüren war die latente Angst davor, dass sich solche Schadensereignisse häufiger einstellen könnten. Wer bei der Vergabe von Bauplätzen im Kirschgarten bisher nicht zum Zuge gekommen ist, der hat jetzt gute Aussichten. Für die 52 Plätze, die neu geschaffen werden, liegen zwischenzeitlich schon 18 Absagen von Interessenten vor. Elf haben zugesagt, wollen also bauen, aber 24 haben sich bisher nicht geäußert. Der Verkaufspreis von 370 Euro je Quadratmeter liegt fest.

Für Aufregung sorgen dürften die neuen Grundsteuerbescheide, fürchtet der Ortsbürgermeister. Einerseits gab es eine Gesetzesänderung hinsichtlich der Berechnung, andererseits verlangt das Land von den Gemeinden einen nivellierten Hebesatz von mindestens 465 Prozent bei der Grundsteuer B (für bebaute Grundstücke). Gemeinden, die weniger verlangen, bekommen künftig keinen Zuschuss mehr und werden bei der Berechnung der Kreisumlage benachteiligt. Eigentlich, so Moschko, sollte die neue Grundsteuer zu einer Einnahme-Neutralität führen.

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