Kreis Germersheim Einfach nur „Günther“ überlisten

91-73124524.jpg

Die Übungen, die Sandra Wentz mit den Mädchen durchführt, kann man alle auch zu Hause machen. „Sit-ups“ an der Couch, als Hanteln werden Wasserflaschen benutzt. Für die nächsten zwei Wochen Herbstferien gibt es also keine Ausrede, dem inneren Schweinehund „Günther“, den Wentz als Kuscheltier sogar dabei hat, siegen zu lassen.

„Also, jeden Donnerstag um vier in den Ferien denkt ihr an uns, legt coole Musik auf und tut was!“ motiviert Sandra Wentz, ausgebildete Personal- und Fitnesstrainerin. Sie leitet das Fitnessangebot „Let`s move“ im Jugendzentrum Kandel. Eingeladen hat Katharina Hilbert, die Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Kandel, für zehn Donnerstage von 16 bis 17 Uhr. Der Kurs ist ausgerichtet für Mädchen ab 13 Jahren. So groß war die Nachfrage für das Angebot, dass Hilbert sogar einige Anmeldungen auf die Warteliste setzen musste. Hilbert und Wentz lernten sich über das Frauen- und Familienzentrum Kandel kennen, wo Wentz „Zweisam Aktiv Kurse“ für Schwangere und junge Mamas anbietet. Zusammen organisierten Hilbert und Wentz schon zu Anfang des Jahres ein eintägiges „Sport- und Ernährungstraining“ als Teil der Mädchenwoche des Landkreises Germersheim. „Let´s move“ solle vor allem das Bewusstsein der Mädchen für eine sportlichere und damit gesündere Lebensführung wecken, so Wentz. „Verbessert werden soll die Körperhaltung. Die Fitness ist außerdem ein Ausgleich bei zu einseitiger bis keiner Belastung von Muskeln im Alltag. Es ist ja leider so, dass die natürliche Bewegung von Kindern auch durch Medien stark reduziert wird“, sagt Wentz. Die Mädchen werden individuell beraten und Wentz gibt Tipps, wie man die Fitness auch in den Alltag einbauen kann. „Kniebeugen beim Zähneputzen kann ja wirklich jeder machen!“, sagt sie strahlend. Und ihre offensichtliche Freude am Sport überträgt sich auf die 14 Teilnehmerinnen auf den Trainingsmatten. Ann-Sophie zum Beispiel ist sich sicher, dass sie schon ein paar Bauchmuskeln mehr hat nach den fünf Trainings, die jetzt vorbei sind. „Es ist jetzt schon nicht mehr so anstrengend wie am Anfang.“ Unter den Teilnehmerinnen sind viele Mädchen, die in der Freizeit nicht nur vor dem Fernseher sitzenbleiben. Die Spitzenreiterin ist da Selina, die es doch tatsächlich schafft, in einer Woche Gardetanz, Reiten, Turnen und Trampolinspringen unterzubringen. Und jetzt kommt eben noch der Fitnesskurs dazu. „Das Aufwärmen gefällt mir immer am besten, es ist so eine Art Zumba“, meint Selina, wobei sie sich bei den Bauchübungen immer am schwersten tue. Lucy und Luisa düsen nach der Fitnessstunde gleich weiter zum Handballtraining. Sportlich schwer beschäftigt die Mädels. „Das Fitnessstudio für die Handtasche“, das Wentz ihren jungen Teilnehmerinnen mit auf den Weg durch den Alltag geben möchte, kann ab Januar nächsten Jahres noch einmal kennengelernt werden: „Faul war gestern!“ (ekx)

x