Germersheim / Kandel
Eine Krankenhausabteilung zieht um
„Wir sind eine Klinik mit zwei Standorten“, sagt der Geschäftsführer der Asklepios-Kliniken in Germersheim und Kandel, Frank Lambert. Die Klinik in Kandel spezialisiert sich auf die Akut- und Notfallversorgung, die Klinik in Germersheim legt den Fokus auf Fachabteilungen wie die Psychosomatik und die neurologische Früh-Reha.
Die Betten für die Chirurgie werden daher ab Januar 2023 in Kandel konzentriert. Laut Krankenhausplan, der mit dem Land abgestimmt ist, gibt es in Kandel derzeit 30 Betten, in Germersheim etwas über 15. Jeder, der operiert oder stationär aufgenommen werden muss, kommt künftig in Sachen Chirurgie nach Kandel, kündigt Lambert an.
OP-Team wechselt
Eingriffe der ambulanten Chirurgie sollen hingegen in Germersheim durchgeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel sämtliche Arthroskopien. Darunter versteht man eine Spiegelung eines Gelenks mittels Kameraoptik (Arthroskop). Diese wird meist bei größeren Gelenken wie Knie-, Schulter-, Hüft- und Handgelenken durchgeführt. Auch viele orthopädische Eingriffe, wie die Behandlung von Leistenhernien (Leistenbrüchen) sollen in Germersheim vorgenommen werden.
„Wir müssen uns da spezialisieren“, sagt Lambert mit Blick auf aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen. „Die Infrastruktur in Kandel ist eine andere“. Das OP-Team wechselt komplett von Germersheim nach Kandel, insgesamt sind 15 Kräfte betroffen. Die Dienstpläne werden so erstellt werden, dass Mediziner aus dem großen Chirurgie-Team in Kandel abwechselnd in Germersheim im Einsatz sind. Dies sei auch schon mit dem Personalrat geklärt.
Dabei geht es durchaus um einen großen Bereich: Die Bereiche Innere Medizin, Kardiologie und Geriatrie machen ungefähr zwei Drittel der Eingriffe in den Kliniken aus, der Bereich der Chirurgie etwa ein Drittel.
Doppelt so viele Reha-Betten
Eine „enorme Nachfrage“ gebe es nach der neurologischen Früh-Reha, die derzeit über 30 Betten verfügt. „Wir müssen fast jeden Tag Patienten abweisen“, sagt Lambert. Diese Patienten werden meist intensivmedizinisch versorgt, gleichzeitig müssen erste Reha-Maßnahmen beginnen. Momentan müsse man noch Patienten in die Klinik in Bad König im Odenwald abgeben, doch diese sei immer randvoll. Nach dem Wechsel der Chirurgie wird die Früh-Reha daher auf 50 bis 60 Betten wachsen.