Kreis Germersheim
Eine halbe Million Euro für Verstärkerbusse
15 zusätzliche Busse rollen seit vergangenem Herbst auf „Brennpunkt“-Linien durch den Landkreis Germersheim, um die Ansteckungsgefahr für Schulpendler zu verringern. „Für das Jahr 2020 fielen insgesamt 124.000 Euro an“, teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. 90 Prozent der Kosten hat das Land übernommen – das sind 111.600 Euro.
Dann waren die Schulen bis nach den Osterferien dicht, die Busse in diesem Zeitraum abgesetzt. Zwischen dem 12. April und 30. September fuhren sie wieder. Die Kosten hierfür: 229.027 Euro. Die Erstattung vom Land stehe noch aus.
Notfalls aus kommunalen Kassen
Geht es nach Landrat Fritz Brechtel und seinen Kollegen in Landau (Oberbürgermeister Thomas Hirsch) und im SÜW-Kreishaus (Dietmar Seefeldt) sollen die Busse inzidenzunabhängig weiterfahren. Sie appellieren an das Land, die Entscheidung zu überdenken und weiterhin einen Großteil der Kosten zu übernehmen. „Sollte es hart auf hart kommen, wollen wir einen Weg finden, wie wir die Finanzierung stemmen“, ließen die drei Verwaltungschefs verlautbaren. „Insbesondere zur Winterzeit fahren viele Kinder mit dem Bus. Klar ist, dass der mögliche Ausfall des 90-prozentigen Landeszuschusses heftig in den kommunalen Kassen zu Buche schlägt“, so Brechtel, Hirsch und Seefeldt.
Bis Weihnachten gesichert
Bis Weihnachten sollen die Busse im Kreis Germersheim jedenfalls weiterrollen. „Die Verstärkerfahrten wurden am Donnerstag bei den Verkehrsunternehmen bis zum 22. Dezember bestellt“, so ein Pressesprecher. Die Firmen haben somit Planungssicherheit. Wie die Kosten letztlich abgerechnet werden, wenn es bei der inzidenzabhängigen Förderung bleibt, bleibt erstmal offen. Im Kreis Germersheim fallen bis zu den Weihnachtsferien jedenfalls weitere 122.000 Euro für die Verstärkerbusse an. Macht unterm Strich seit letztem Jahr rund 475.000 Euro.