Kreis Germersheim Ein Verein, zwölf Spielstätten

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Einen Jazzclub zu gründen – und noch dazu auf dem Land – das konnte man in den Synthesizer-Pop-verliebten 80er Jahren mit gutem Gewissen als exotisches Projekt ansehen, freut sich Günter Logé, der 1. Vorsitzende des Jazzclub Wörth. Er wird unterstützt von Jürgen Nelson (2. Vorsitzender), Monika Westphal (Kasse) Karheinz Benz (Schriftführer) und Axel Friedrich (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit).

Logé gehörte bereits im Juni 1985 zu den 23 Gründungsmitgliedern, die im „Goldenen Lamm“ in Maximiliansau den Jazzclub ins Leben riefen und „die Musiker an die Instrumente lockte“. Die Idee dazu hatten Roland Blume und Werner Ruppenthal. Die ersten Aktiven waren: Roland Blume und Theo Ertel (1. und 2. Vorstand), Werner Schag (Programmgestaltung), Werner Ruppenthal (Kasse) und Günter Logé (Schriftführer/Pressearbeit). Damit ist der Wörther Jazzclub auch der älteste Pfälzer Jazzclub überhaupt. Leicht rekordverdächtig ist mit 12 Lokalitäten auch die Zahl der Spielstätten beziehungsweise Domizile in denen in diesen drei Jahrzehnten vom Club Veranstaltungen organisiert wurden. Legendär war die Musikstimmung im ehemaligen Maleratelier von K.P. Müller in der alten Linoleumfabrik in Maximiliansau oder auch im Westernschuppen des „No Name“ in Neulauterburg. Inzwischen ist das Clublokal der Klosterhof in Kandel Minderslachen, da sich die Jazzer auch als regionaler beziehungsweise Südpfälzer Verein verstehen und viele der derzeit 44 Mitglieder aus dem Raum der Verbandsgemeinde Hagenbach und Kandel kommen. Üblicherweise gibt es eine Veranstaltung pro Monat. Zu Gast waren kleine feine Bands der Region, talentierte Newcomer und bekannte Jazzgrößen und Publikumsmagneten aus ganz Deutschland. Jazzgrößen wie Emil Mangelsdorff und Barbara Dennerlein oder der glänzende Saxophonist, Sänger und Gitarrist Fürst Karl-Friedrich von Hohenzollern im Western-Saloon sind noch in bester Erinnerung. Die Musik war insgesamt bunt und variantenreich, vom klassischen New-Orleans-Jazz über Dixie, Swing, Blues und Soul, Bossa, Funk bis Pop-Jazz waren wohl alle Stilrichtungen vertreten. Beständig dagegen war die gute Stimmung der Abende von gepflegt ruhiger, poetischer Unterhaltung bei Bluesabenden bis mitreißenden Rhythmen und ausgelassenem Tanzen der Besucher. Zum Jubiläumsjahr 2015 wird es am 3. Oktober im Saal des „Bayrischen Hof“ in Wörth eine musikalische Feier der besonderen Art mit etwa 35 Musikern geben, die den Club in den 30 Jahren begleitet und bereichert haben. Geplant sind über drei Stunden handgemachte, kreative und inspirative Musik, darunter ein Geburtstagsständchen der besonderen Art. In einer sechsfach (gesteuerten) Jam-Session werden immer wieder zwei Instrumente musikalische Zwiesprache halten, jeweils begleitet durch eine vierköpfige Rhythmusgruppe. Ordentlich einheizen wird als Krönung des Abends die zehnköpfige Latin- und Salsaband „Guarango“. Der Jazzclub freut sich über viele Geburtstagsgäste zu diesem Ereignis. Info Jubiläumskonzert, Samstag 3. Oktober, 18 Uhr, „Bayrischer Hof“ Wörth. Vorverkaufsstellen : „Buchlädel“ Maximiliancenter, Buchhandlung Pausch Kandel, Bäckerei Minzbrück in Hagenbach und Gasthaus „Bayrischer Hof“ in Wörth. Preis: 13 Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse. (bp)

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