WÖRTH
Ein Leben fürs Rote Kreuz
Wenn in Wörth die Rede vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist, kommt sofort der Name Gerda Klödy ins Gespräch. Seit über 40 Jahren ist die inzwischen 82-jährige Altwörtherin in dieser sozialen Einrichtung aktiv. Wenn das DRK seit einiger Zeit auch keine Bereitschaftsdienste mehr leisten kann, da das dafür benötigte Personal altersbedingt fehlt, bietet es immer noch die Blutspende-Aktionen an und führt die einzige Kleiderkammer im Kreis – unter der Regie von Gerda Klödy.
„Eigentlich wollte ich schon immer beim DRK dabei sein, aber häusliche Pflichten hinderten mich lange daran, da Pflegefälle zu versorgen waren“, erzählt sie der RHEINPFALZ. Nach dem Besuch der Volksschule wollte sie Schneiderin lernen, fand aber keinen Ausbildungsplatz. „Ich besuchte dann die Nähschule bei den katholischen Schwestern in Kandel und half bei privaten Näherinnen, bevor ich später bei Wollenschläger (Hemden und Blusen) arbeitete.“
Dass Gerda Klödy zum DRK Wörth kam, ging Anfang der 80-er Jahre auf die Initiative von Elfriede Stöffler, der Frau des damaligen Bürgermeisters Karl-Josef zurück. Dieser war auch DRK-Vorsitzender, wie es bis heute der amtierende Bürgermeister ist. Sie machte ihre Erste-Hilfe-Kurs-Ausbildung und später die Sanitäter-Ausbildung, die samstags und am Sonntagvormittag stattfand. So war sie auch im Einsatz bei Übungen vor Ort.
„Nachdem unser Ortsverein angefangen hatte, das Personal mit Essen zu versorgen, habe ich mich auch beim Kochen beteiligt. Bald versorgten wir – wenn es gewünscht wurde – 13 Ortsvereine bei ihren verschiedensten Einsätzen und Übungen.“
Vor etwa 30 Jahren wurde im Kreis eine schnelle Einsatztruppe aus verschiedenen Orten zusammen gestellt. „Im Gegensatz zu anderen Ortsvereinen waren wir in Wörth dazu schon zu alt und hätten weitere Ausbildungen machen müssen. Deshalb haben wir uns damals entschieden, vielleicht eine Kleiderkammer einzurichten. Wir schauten uns in Landau und in Karlsruhe um, wie man das machen könnte“, blickt Gerda Klödy zurück. Dann begann die Suche nach Räumen. „Die Mieten waren uns zu teuer, deshalb hatten wir die Idee, die bestehende Pergola auszubauen und wir brachten die Kleiderkammer dort unter.“
Inzwischen war sie bereits die geschäftsführende DRK-Vorsitzende. Das blieb sie 16 Jahre lang, ehe sie mit Ende 60 aus Altersgründen dieses Ehrenamt abgab. In dieser Zeit gab es noch viele Aktivitäten des DRK. Klödy hielt die Bereitschaftsabende ab mit unterschiedlichen Fachthemen und teilte die zahlreichen Dienste ein. Bei Handball-, Fußballspielen, bei Sportveranstaltungen der Schulen – auch überregionalen –, bei Faschingsveranstaltungen, im Badepark an Wochenenden – überall war das DRK zur Stelle und versorgte Verletzte, bis – wenn nötig – der Krankenwagen zur Stelle war. „Dabei bestückten wir auch viele Feste mit Essen vom DRK, waren bei den Weihnachtsmärkten dabei und versorgten beim Altennachmittag die Gäste“, denkt sie auch ein wenig wehmütig zurück. „Heute können wir leider diese Dienste nicht mehr leisten, da wir bei etwa 120 Mitgliedern kaum noch zehn aktive haben, was auch altersmäßig bedingt ist und der Nachwuchs einfach fehlt“, bedauert sie.
Jetzt findet die DRK-Blutspende-Aktion noch viermal im Jahr statt mit nach wie vor recht großer Resonanz. Und die Kleiderkammer für bedürftige Menschen wird unter Klödys Regie mit sechs Helferinnen am Laufen gehalten. „Da kann jeder kommen, der bedürftig ist. Wir fragen auch nicht nach. Mit einem minimalen Unkostenbeitrag können Kleidungsstücke in riesiger Auswahl erworben werden – zum Beispiel eine Jacke für zwei Euro, ein Hemd für einen Euro.“ Sie ist jeden ersten Donnerstag im Monat von 9 bis 11 und jeden dritten Donnerstag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Am ersten und am dritten Samstag im Monat werden von 13 bis 14.30 Uhr Kleiderspenden angenommen. „Corona hatte die Nachfrage gestoppt, aber jetzt gibt es wieder mehr Interessenten“, sagt Klödy.