Kreis Germersheim Ein halber Liter Blut für einen guten Zweck

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„Zunächst möchten wir Ihnen die Ehre erweisen, dass Sie sich freiwillig zur Ader ließen“, eröffnet der Wörther DRK-Vorsitzende und Bürgermeister Harald Seiter die Runde. Es geht um ein Dankeschön für jene Mitbürger, die es als Blutspender zu runden Jubiläen gebracht haben, von den Zehnmaligen bis zu jenen, die es auf sagenhafte 125 der „vielleicht etwas unangenehmen Prozeduren“ gebracht haben, wie es Seiter launig formuliert: „Es gingen schon Mutige hin, die dort den Mut dann auch wieder verloren haben“.

Zu diesen gehört der Wörther Werner Weber ganz gewiss nicht. Sein erstes Mal hatte er mit 18 Jahren, das war im Jahr 1957. „Ich wusste, dass es für einen guten Zweck war“, erinnert er sich an seine Motivation, sich einen halben Liter Blut abnehmen zu lassen. Hans-Peter Schaaf aus Berg wiederum sah seit seinen Anfängen in den 70er Jahre auch den praktischen Nutzen: „Ich bin nicht der Typ, der gerne zum Arzt rennt. Und durch das Blutspenden und den damit verbundenen Blutuntersuchungen hatte ich immer eine gewisse Sicherheit, dass bei mir alles in Ordnung ist“. Gerda Klödy, die ehemalige geschäftsführende Vorsitzende des DRK Wörth, nickt wohlwollend. Für sie ist die ältere Generation der Blutspender beständiger, „die steht jedes Mal da“. Die Jüngeren hingegen kämen vermehrt nur ein- oder zweimal im Jahr. Doch auch diese sind natürlich wichtig. Die geehrten Spender erhalten je nach erreichter Anzahl Abzeichen, Medaillen, eine Urkunde (Aufschrift: „darauf können Sie stolz sein“), ein süßes Dankeschön und einen Einkaufsgutschein für das Maximilian-Center. Natürlich werden sie an einem Nachmittag wie diesem bei Kaffee und Kuchen freundlich bewirtet. Dahinter wiederum stehen engagierte Ehrenamtliche wie Rosemarie Jäger-Wiebelt. Für sie sind Blutspendetage in der Bienwaldhalle Großkampftage, die um 8 Uhr beginnen und gegen 22 Uhr enden. Nur die Kuchen werden geliefert, externes Catering gibt es nicht. Also kaufen die über 20 DRK-Frauen ein und kochen vor Ort. Beim letzten Spendertag habe es Kartoffelpuffer mit Meerrettich und Räucherlachs gegeben, erinnert sich Jäger-Wiebelt „Mit belegten Brötchen kommen Sie heute nicht mehr weit“. Ludwig König aus Wörth wurde für hundert Blutspenden geehrt, das sind immerhin 50 Liter des Lebenssaftes: „Anschließend ein Fläschel Dornfelder und dann ist die Flüssigkeit wieder im Körper zurück“, Auch über auswärtige Spender wie Hans-Peter Schaaf wird mit „Blutspendetouristen“ heiter gelästert. So lustig kann lebensrettende Hilfe sein.

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