Neupotz
Ehepaar Heid feiert Diamanthochzeit
Ihr 60. Ehejubiläum, also die Diamanthochzeit, dürfen am Mittwoch, 4. Januar, in Neupotz die beiden 82-jährigen Eheleute Friedel und Rosel Heid feiern. Eine große Feier wird es nicht geben, denn Friedel Heid ist seit zwei Jahren durch einen Schlaganfall gehandicapt. Zusammen mit ihren drei Kindern, neun Enkeln und fünf Urenkeln werden sie aber sicher das Jubiläum gebührend begehen.
Die beiden kennen sich seit Kindertagen und sind sich deshalb immer wieder begegnet: zuerst im Kindergarten im alten Kirchenkeller, dann in der Volksschule und immer wieder in der Dorfgemeinschaft. Schließlich lagen auch ihre Elternhäuser im Oberdorf und in der Hinterstraße nicht weit auseinander. Nach der Volksschule fand Friedel Arbeit im Betonwerk Kuhardt. Da er aber in der heimischen Landwirtschaft bei seinem Vater Gustav gebraucht wurde, stieg er nach kurzer Zeit dort mit ein und in diesem Metier sollte er bis zu seinem Ruhestand bleiben.
Landwirtschaft prägt
Er besuchte anfangs in den Wintermonaten in die Landwirtschaftsschule nach Kandel, wohin er immer mit dem Fahrrad fuhr. Er war Landwirt aus Überzeugung und baute Zuckerrüben, Kartoffeln, Zwiebeln, Frucht und Tabak an. Sein Kuhfuhrwerk war stets eine große Hilfe. Später wurde noch ein Traktor angeschafft.
Rosel Heid, geborene Burger, wuchs auch in einer landwirtschaftlich geprägten Familie auf. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, weil dieser bei ihrer Geburt bereits Soldat war und 1943 im Krieg gefallen ist. Die heimische Landwirtschaft wurde von ihrer Mutter Frieda, deren Schwägerin Amanda und einem polnischen Gastarbeiter betrieben. Der Weidenanbau und die Korbmacherei spielten in der Familie eine große Rolle. Sie selbst stieg nach der Volksschule mit ein und besuchte dabei die Hauswirtschaftsschule in Rülzheim. Friedel Heid traf sie immer wieder, unter anderem im Tanzkurs, bei Tanzveranstaltungen der Vereine und der Kerwe. Man kam sich näher und als beide volljährig waren, wurde beschlossen, zu heiraten. Friedel übernahm dann auch die Landwirtschaft in seiner neuen Familie.
Tragisches Schicksal
Die Hochzeit fand im Elternhaus von Rosel statt und dafür wurde, wie damals üblich, die Wohnstube ausgeräumt. Freitagabends war Trauung im Gemeindehaus beim Gemeindeangestellten Kurt Fink, und am Samstag war Hochzeitsamt mit Geistlichem Rat Pfarrer Angermaier in der Neupotzer Kirche. Vier Kinder wurden im Laufe der Jahre geboren. Johanna, Stefan und Markus wohnen mit ihren Familien alle in Neupotz und pflegen regen Kontakt zu den Eltern. Ihr viertes Kind, Tobias, ist im Alter von zwei Jahren bei einem Unfall im elterlichen Betrieb gestorben.
Privat spielte der Tabakanbau bei Friedel Heid eine große Rolle. Er war Mitglied im Tabakbauverband und durfte als „Bonitierer“ den von den Landwirten abgelieferten Tabak begutachten und bewerten. Auch im Musikverein Seerose war er aktiv. Er war kein aktiver Musiker, aber als förderndes Mitglied immer aktiv und von 1974 bis 1980 Zweiter Vorsitzender. Rosel war Sängerin im Kirchenchor, konnte aber nach der Heirat, weil es die Satzung im Chor damals so vorschrieb, nicht mehr aktiv sein. Öfters haben sich die beiden mit ihren Kindern auch kleinere Urlaubsreisen gegönnt. Die fanden dann meist im Februar statt, weil zu dieser Zeit in der Landwirtschaft nicht zu viel Arbeit war.
1972 wurde am Otterbach ein neues Anwesen errichtet und der Weidenanbau erweitert. Diesen übergaben sie später ihrem Sohn Markus, der den Betrieb heute noch führt. In dem 1994 neu gebauten Haus genießen sie nun das gemeinsame Leben.