Rülzheim RHEINPFALZ Plus Artikel E-Autos treiben den Umsatz

Der Ofenbau in Kandel ist bald Geschichte. Ein Bild aus dem Jahr 2010 zeigt Arbeiter bei der Montage eines Industrieofens.
Der Ofenbau in Kandel ist bald Geschichte. Ein Bild aus dem Jahr 2010 zeigt Arbeiter bei der Montage eines Industrieofens.

2020 hat auch bei der DBK-Gruppe Spuren hinterlassen. Allerdings im positiven Sinne: Trotz der Pandemie konnte der Umsatz mindestens gehalten werden, für die Zeitarbeiter bieten sich neue Chancen auf Festeinstellung. Hintergrund sind zwei boomende Arbeitsbereiche. Von einer Branche wird jedoch Abschied genommen.

Mit dem Jahr 2020 geht in Kandel eine Ära zu Ende: Die DBK-Gruppe schließt den Industrieofenbau, den letzten Bereich, der nach dem Umzug des Unternehmens nach Rülzheim noch in Kandel verblieben war. 1946 hatten Theo Baader und Josef David die David + Baader Gmbh in Kandel gegründet. Ende Juni 2020 hatte DBK angekündigt, den Ofenbau zum Jahresende einzustellen und wirtschaftliche Gründe angeführt. Die Sparte mache nur noch zehn Prozent des Umsatzes der Gruppe aus, der Wettbewerbsdruck sei erheblich, hieß es damals. Voraussichtlich Anfang Dezember wird der letzte große Auftrag nach Italien ausgeliefert, sagt jetzt Geschäftsführer Andreas Stratmann, unter anderem verantwortlich für Entwicklung und Unternehmensstrategie. Im Schnitt wurden pro Jahr 60 Öfen in Kandel gebaut.

Alle Mitarbeiter sind versorgt

Die Mitarbeiterzahl ist stetig gesunken: 2002 waren im Ofenbau noch 38 Menschen beschäftigt, derzeit sind es noch 19. Acht Mitarbeiter werden nach Rülzheim gehen und vergleichbare Aufgaben übernehmen, drei werden im Hauptsitz in andere Aufgaben wechseln, sagt Stratmann. Acht „qualifizierte Techniker und Facharbeiter“ verlassen das Unternehmen und wechseln innerhalb der Branche. Wartungsverträge für einzelne Öfen laufen noch, hier hat das Unternehmen weiter eine Gewährleistungspflicht.

„Das K werden wir Namen behandeln, den Standort aber eher nicht“, sagt Stratmann. Noch ist offen, was danach mit dem Gelände im Osten von Kandel passiert. Ziel sei es, etwas gemeinsam mit der Stadt zu entwickeln, sagt Stratmann. Entsprechende Sonderierungsgespräche habe es schon gegeben. Denn die DBK-Gruppe wird das Gelände nicht mehr weiter bewirtschaften. Am Standort Rülzheim gebe es noch 20.000 Quadratmeter Flächenreserve, dort sollten auch die Aktivitäten des Unternehmens konzentriert werden.

Böse Überraschungen sollte es bei den Flächen in Kandel nicht geben: 1991 sei beim Befüllen eines Tanks der Lackieranlage ein Reinigungsmittel ausgelaufen, sagt Stratmann. Das werde von der Aufsichtsbehörde beim Kreis überwacht, auf der betroffenen Fläche seien die im Wasser messbaren Verunreinigungen zurück gegangen. Auch beim Ausbau des Geländes in den 1990ern habe es Bodenuntersuchungen gegeben. „Wir gehen davon aus, dass die Werte in zehn Jahren an der Nachweisbarkeitsgrenze liegen. Nach fast 30 Jahren dann auch nicht verwunderlich“, sagt Stratmann.

Die Firmenzentrale der DBK-Gruppe in Rülzheim.
Die Firmenzentrale der DBK-Gruppe in Rülzheim.
x