Kreis Germersheim Durchs Rosentor in die Zukunft

Zum Schuljahresende verlassen 324 Schüler die Außenstelle Wörth der Berufsbildenden Schule Germersheim. Bis auf wenige Ausnahmen gelang allen der Abschluss, so die Auskunft der Schule. Das Abschlussfest stand im Zeichen des Trialog- Projektes, einem Schulwettbewerb der Herbert-Quandt-Stiftung, mit dem Schwerpunkt der Beschäftigung mit den drei abrahamitischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam (wir berichteten).
Der „essbare Garten“, mit dem Motto „dem Glauben mehr Geschmack abgewinnen“, wird eingeweiht. Die Bank, die ein keltisches Triskel darstellt steht, der Rosentoreingang ist fertig und aus dem Kräuterberg sprießen schon die ersten Gewürzpflanzen. Walter Riegel, Pfarrer im Schuldienst aus Rülzheim, freut sich über das schöne Wetter zur Einweihung. „Da habe ich wieder meine Beziehungen zu Petrus spielen lassen“, lächelt er. Er habe das Projekt von Matthias Stickl, ehemals Sozialarbeiter in Wörth geerbt, der das Ganze initiiert habe. Viele Leute haben ihn schon gefragt, wann der Garten fertig ist. Aber dann erklärt er immer wieder: „Der Garten ist nie fertig, er entwickelt sich immer weiter.“ So wurde auch eine „Hüter des Gartens“-AG gegründet, die sich weiter um die Hege und Pflege kümmern soll. Vera Seelinger, geokulturelle Beraterin des Projektes, versagt angesichts des Momentes, die Stimme. „Ich freu mich ganz, ganz riesig.“ Sie erklärt den Schülern und Verwandten die Bedeutung des Mittelsteins. Aus diesem wurde der Garten herum entwickelt. Sie ermutigt die Zuschauer einen Stein zu nehmen und diesen für Hoffnung und Energie zum Anfangsstein dazuzulegen. In einen Schalenstein aus dem Odenwald, aus rotem Sandstein, gießt sie Wasser aus der Odilienquelle im Elsass. Dietmar Wehrmaker, Lehrer für BWL, katholische Religion und Sport, erklärt, dass dies hier vor zwei Monaten „alles noch Baustelle“ war. Jetzt gebe es endlich etwas das bleibt, „Schüler neigen ja sonst zum vergessen, vor allem bei Klassenarbeiten“, sagt er lachend. Der Garten soll offen für alle sein, ehemalige und zukünftige Schüler könnten ihn besuchen. Er vergleicht den Entwicklungsprozess mit dem Leben: „Es hat einen Anfang, geht aber immer weiter.“ Auch während der Abschlussfeier wird das Projekt nochmals in Erinnerung geholt. So zeigt Inas Dommerdich, Klassen- und stellvertretende Schulstandortsprecherin einen libanesischen Bauchtanz, nach der Veranstaltung werden „Trialogbrezeln“ verkauft.