WÖRTH
DRK-Impfstation macht früher zu
Zwei Ärzte, eine Apothekerin und eine Rettungssanitäterin waren am Donnerstag mit dem mobilen Impfteam des DRK Rheinland–Pfalz nach Wörth zur Tafel gekommen. Sie wollten im Zelt der Tafel Wörth ein Impfangebot für die Tafelkunden, aber auch für jeden noch nicht Geimpften machen. Schließlich waren es 20 Leute, die dies zwischen 11 Uhr und 15 Uhr annahmen.
Die Vorsitzende der Tafel Wörth Uschi Bisanz hatte die Anfrage des Landesverbandes der Tafeln gerne angenommen und sofort beim DRK-Landesverband in Mainz dieses mobile Impfteam bestellt. „Ich wusste, dass viele unserer Kunden noch nicht geimpft sind und wollte ihnen hier in Verbindung mit dem Abholen ihrer Ware die Möglichkeit zur Impfung geben.“ Sie zeigte sich mit der Anzahl von 20 Impfungen einigermaßen zufrieden.
Keine Zweit- oder Drittimpfungen möglich
Bisanz bedauerte jedoch, dass nur Johnson/Johnson als Impfstoff angeboten werden konnte, da einige Kunden gerne ihre zweite oder dritte Impfung mit Biontech gehabt hätten. „Zudem war mir das Impfangebot bis 16 Uhr zugesagt worden, während das Team leider nur bis 14 Uhr einen Auftrag hatte.“ Es blieb dann bis 15 Uhr, aber einige Interessierte nach 15 Uhr kamen nicht mehr dran und mussten auf den Impfbus verwiesen werden, der in der nächsten und übernächsten Woche im Kreis Germersheim unterwegs ist.
Dagegen war Hartmut Bauer, der eine Arztpraxis in Lambrecht hat, enttäuscht, dass „so wenige das Angebot wahrnehmen. Ich habe meine Praxis geschlossen, meine Patienten vertröstet, dass ich heute für bedürftige Menschen Impfungen vornehme. Schade, dass die Bereitschaft noch zu gering ist. Wir hätten noch genügend Impfstoff.“
Dem stimmt auch Rettungsassistentin Alexia Darm zu. „Ich muss leider feststellen, dass die Impfbereitschaft in letzter Zeit sehr nachgelassen hat.“ Beim Impfteam war auch der syrische Arzt Tarek Alhomsi dabei, der am Hetzelstift, in Neustadt beschäftigt ist. Er hat als Dolmetscher versucht bei Sprachproblemen aufzuklären. Es ist ihm auch gelungen, den einen oder anderen Fragenden von der Impfung zu überzeugen.
Sorge vor möglichen Folgen ist noch immer groß
Dabei stellte sich heraus, dass bei vielen – vor allem jüngeren – Menschen nach wie vor die Angst zum einen vor der Impfung selbst, aber auch vor den möglichen Folgen groß ist. Während sich der 30-jährige Sefula Birgil impfen ließ, musste er seiner Frau sehr lange zureden, bis sie den Pieks auch akzeptierte, weil sie ein achtjähriges Kind haben. „Die Leute sind meistens nicht genügend aufgeklärt und lassen sich von falschen Aussagen verleiten“, meinte die Apothekerin Lisa Seibel, die die Spritzen vorbereitete.
Nach seiner Motivation sich doch noch impfen zu lassen gefragt, sagte der 30-jährige Eduard Mik: „Wenn man sich nicht impfen lässt, wird man doch nur bestraft.“ Ein Student ließ sich impfen, weil er sonst mehrmals sich testen lassen müsse und das koste zu viel Geld. Die jetzt 18-jährige Ceunyvania da Silva, die hier geboren ist und gerade ihr Fachabitur macht, ist extra aus Rülzheim gekommen, um sich impfen zulassen. „Ich will kein Corona bekommen. Deshalb ist das jetzt die richtige Entscheidung“, bekräftigt sie, deren Familie aus Angola stammt, diese. Auch ein 51-jähriger Syrer lässt sich noch kurz vor dem Aufbruch des Impfteams den Pieks geben, während sein 20-jähriger Sohn noch warten will.
Tafel Wörth führt 2-G-Regel ein, Tafel Germersheim nicht
Die Vorsitzende der Tafel Wörth gab dann der RHEINPFALZ den am Abend zuvor gefassten Vorstandsbeschluss bekannt, der am Eingang zur Tafel ausgehängt wurde: Ab 25. Oktober ist der Zutritt zum Tafelladen und zur Außenausgabe nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt (2G-Regel). Der Nachweis ist an den Tafelausweis anzuheften. Für Nichtgeimpfte kann eine geimpfte oder genesene Person mit dem Ausweis des Nichtgeimpften für diesen einkaufen. „Meine zahlreichen Helferinnen und Helfer hatten mich – auch zu ihrem Schutz – darum gebeten, darüber nachzudenken. Deshalb haben wir diesen Vorstandsbeschluss gefasst.“
Auf Anfrage gab der Vorsitzende der Germersheimer Tafel Werner Seessle an, dass bei ihnen der interne Schutz verstärkt worden und deshalb so hoch sei, was Abstand und Hygieneregeln angehe, dass diese Maßnahme noch nicht greifen werde. Zudem hätten sie eine große Filteranlage in ihren Räumlichkeiten, ihre 85 Helfer seien geimpft oder genesen und die Maskenpflicht bestehe überall. „Wir haben bisher keine Probleme und keine große Angst“ - so Seessle.
Termine
Die Termine des Impfbusses im Kreis Germersheim in den kommenden Tagen: Mittwoch, 13. Oktober VG Hagenbach, Donnerstag, 14. Oktober VG Lingenfeld, Freitag, 15. Oktober VG Kandel, Dienstag, 19. Oktober VG Bellheim, Mittwoch, 20. Oktober Uni Germersheim, Donnerstag, 21. Oktober VG Rülzheim, Samstag, 23. Oktober Zeiskam.