Kandel Dorfleben: Bürgerhaus steht in Minderslachen im Mittelpunkt

Das Bürgerhaus soll saniert werden, wünschen sich die Menschen in Minderslachen.
Das Bürgerhaus soll saniert werden, wünschen sich die Menschen in Minderslachen.

Die Ergebnisse der Dorfmoderation sprechen eine deutliche Sprache: Das Bürgerhaus ist der zentrale Treffpunkt im Stadtteil.

Ein außergewöhnlich starkes Engagement an den Tag gelegt hätten die Einwohner des Stadtteils Minderslachen bei der Dorfmoderation, meinte der städtische Beigeordnete Jürgen Bauer (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Wesentlich für die Menschen in Minderslachen dürfte die Stärkung des Ortskerns und die langfristige Sicherung der bestehenden Infrastruktur sein. Vor allem die Erhaltung und Sanierung des Bürgerhauses liegt ihnen am Herzen.

So gut wie auf unserem Archivbild aus dem Jahr 2015 sieht das Haus heute nicht mehr aus.
So gut wie auf unserem Archivbild aus dem Jahr 2015 sieht das Haus heute nicht mehr aus.

Im Bürgerhaus und in der direkten Umgebung spiele sich in Minderslachen das Dorfleben (Kerwe, Turnstunde, Tauschtage, Musikproben, Konzerte, Feste) vor allem ab. Defizite in der Versorgung sollen in Kooperation mit der Bürgergemeinschaft und eine aktive Nachbarschaftshilfe ausgeglichen werden. Wichtig erscheint eine Fortschreibung bestehender Bebauungspläne zur Steuerung einer maßvollen Nachverdichtung. Inhaber ortsbildprägender Gebäude sollen bei Sanierungsmaßnahmen beraten werden.

Gefahrenstellen entschärfen

Ein großer Wunsch ist die Entschärfung der Gefahrenstellen beim Überqueren der Landesstraße 542, die Minderslachen in einen westlichen und einen östlichen Ortsteil trennt. Nachdenken solle man auch über eine Parkzeitbegrenzung, um die Dauerbelegung der Parkboxen durch die Anlieger zu vermeiden. Wünschenswert sei auch eine Begrünung des Straßenraumes.

Auch die bessere Nutzung der Naherholungsflächen wurde angedacht. So sollte der Bachweg für alle Generationen erlebbar werden. Blühstreifen entlang der Wirtschaftswege und die Schaffung eines „gemeinsamen Gartens“ nach dem Motto „Essbare Stadt“ wurden angeregt.

Vor allem aber das soziale Miteinander müsse wieder verstärkt werden. Hier habe die Corona-Pandemie doch Wunden geschlagen. Stärker als bisher müssten die bestehenden Vereinsstrukturen ins Blickfeld aller gerückt werden. Insgesamt wurde eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit gewünscht, um die Dorferneuerung transparent zu machen.

Auf Anerkennung warten

Bei der am 26. November durchgeführten Abschlussveranstaltung der Dorfmoderation hatte die Planerin Silke Neu vom Büro Plankultur Herxheim in Minderslachen die Ergebnisse vorgestellt und die weitere Vorgehensweise erläutert. Die Bürger nahmen an Workshops teil und beantworteten Fragebögen, unterbreiteten Wünsche und konkrete Verbesserungsvorschläge und sorgten so für ein „gutes Verfahren“. Nun warte man auf die Anerkennung des Dorferneuerungskonzeptes durch die Landesregierung, ehe Förderanträge zu einzelnen im Maßnahmenkatalog aufgeführten Projekte gestellt werden können. Solche Anträge sind bis zum 1. August eines jeden Jahres einzureichen.

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