Kreis Germersheim Die Debatte bringt den Adrenalinkick

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Germersheim

. Freitag, kurz vor 10 Uhr. Vier von acht Finalisten stehen vor der Halle und blättern in ihren Aufzeichnungen. Die Anspannung wächst. Alle Finalisten haben sich in den letzten beiden Wochen auf Themen wie „Umweltpfand für Mobiltelefone“ und „Impfpflicht gegen Masern“ vorbereitet. Sie mussten sowohl Pro- als auch Kontra- Argumente entwickeln und einüben. Wer welche Rolle übernehmen wird, entscheidet sich erst kurz vor Beginn. Die erste Finaldebatte zum Thema Umweltpfand eröffnen die vier Finalisten der Sekundarstufe eins. Die 14- bis 16-Jährigen stellen sich an die vier Stehtische. Vor ihnen liegt ein leeres Blatt Papier, damit sie sich Notizen machen können. Auf ihre eigenen Aufzeichnungen können sie nun nicht mehr zurückgreifen. Es gibt keinen Spickzettel. Nun müssen sie frei reden und argumentieren. Niklas Müller und Alina Eckart (beide Nikolaus-von-Weis-Gymnasium, Speyer) übernehmen die Pro-Argumente: Ihrer Meinung nach tragen die Schadstoffe in den Handys zur Umweltverschmutzung bei. Sie plädieren unter anderem dafür, ungenutzte Handys bei Recycling-Sammelstellen abzugeben, um wertvolle Rohstoffe wie Kupfer wieder zu gewinnen. Ihre Argumente tragen sie sachlich ruhig, an manchen Stellen leidenschaftlich vor. David Knaus (Europa-Gymnasium, Wörth) und Sandra Schrumpf (Alfred-Grosser-Gymnasium, Bad Bergzabern) vertreten die Kontra-Seite. Auch sie nutzen ihre jeweils zweiminütige Eröffnungs- und einminütige Schlussrede, aber vor allem die zwölf Minuten lange „freie Aussprache“, in der jeder Schüler abwechselnd die Möglichkeit hat, seine Sichtweise zu verdeutlichen und auf die Vorredner direkt zu antworten. Knaus und Schrumpf geben zu bedenken, dass ein Handypfand der falsche Weg sei. Der bürokratische Aufwand sei groß, auch koste es zu viel Geld. In der zweiten Debatte um die „Impfpflicht gegen Masern“ lieferten sich David Thiery und Marvin Degen (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium, Speyer), Anna Fibrizcer (Alfred Grosser - Gymnasium, Bad Bergzabern) sowie Melanie Thut (Pamina Gymnasium, Herxheim) ebenfalls eine spannende und sachliche Debatte. Sie sind Schüler der Sekundarstufe zwei und nehmen in der Altersklasse 16 bis 19 Jahren teil. Die Art und Weise, wie die acht Finalisten ihr Talent unter Beweis stellten, begeisterte die Jury. „Die beiden Erstplatzierten Niklas Müller und Marvin Degen überzeugten durch große Sachkenntnis und die Fähigkeit, auf die Vorredner einzugehen und wichtige Impulse zur Debatte beizutragen“, sagte Regionalkoordinator Ansgar Uelhoff. „Das war ein Adrenalinkick und ein aufregendes Erlebnis für mich“, freut sich Müller. Degen hatte eine besondere Herausforderung: „Eigentlich war ich für eine Impfpflicht, aber in der Finaldebatte musste ich meine Rolle tauschen und Kontra-Argumente zum Besten geben.“ Im April findet der Landeswettbewerb im Plenarsaal des Landtages in Mainz statt. (smoh)

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