Kreis Germersheim Die Botschaft der Liebe als Geschenkidee

Während am Freitagabend die letzten Einkaufswagen mit Sperrholzplatten und Pflanzen durch den Kassenbereich geschoben werden, beginnt die Band „Nora’s Back“ mit ihrer Musik. Am Eingang des Globus-Baumarktes wird es immer voller. Es ist wieder Baumarktgottesdienst in Maximliansau.
Als einen „gar nicht mehr so ungewöhnlichen Ort“ für einen Gottesdienst beschreibt Joachim Adling bei seiner Begrüßung den Baumarkt. Bereits seit 2007 organisiert der evangelische Gemeindereferent Joachim „Joe“ Würth aus Wörth etwa zweimal im Jahr hier diese besondere Form eines Gottesdienstes. Am Freitag lautet das Motto „ein Geschenk t“. Es geht also – passend zur Weihnachtszeit – um Geschenke. Aber auch ums „eingeschenkt bekommen“ in positivem und negativem Sinne. In einem kleinen Rollenspiel zeigt eine Familie keine Lust auf den Besuch einer fast vergessenen Tante. Die Vorfreude auf das versprochene Geschenk ist jedoch riesig. Würth lässt die Gottesdienstbesucher mit anpacken und verteilt Werkzeug. Gemeinsam wird die Kiste geöffnet. Die enormen Erwartungen der Familie weichen Enttäuschung: ein luftgefüllter Schneemann ist drin. Im Leben werden zu hohe Erwartungen oft enttäuscht. Wenn Geld und materielle Dinge „der Weg in ein erfülltes Leben wären, dann müssten wir in Deutschland zu den glücklichsten Menschen der Erde gehören“, gibt Würth zu bedenken. Zuneigung und Anerkennung seien aber viel wichtiger. Und so werden leere Plastikeimer an die Besucher verteilt, eine Spende des Baumarktes. Diese sollen „gefüllt“ werden mit Liebe, guten Worten und Taten. Eine gute Tat kann in diesen Tagen die Unterstützung von Flüchtlingen sein. Würth erzählt, dass auch Maria und Josef auf der Flucht vor bösen Menschen waren und Hilfe benötigten. Der Gospelchor singt Lieder wie „Geht, ruft es von den Bergen“. Die Besucher singen und klatschen im Takt mit. Nicht ganz im Takt öffnet und schließt sich die grüne automatische Eingangstür. Natürlich wird auch gebetet: „Beten kann man überall, auch im Baumarkt“, erklärt Pfarrer Andreas Pfautsch. (mb)