Kreis Germersheim Der Sound ist auch ein bisschen politisch

„Miri in the Green“: sehr musikalisch und ein bisschen politisch.
»Miri in the Green«: sehr musikalisch und ein bisschen politisch.

Zusammengekommen sind sie durch ihre Liebe zur Musik, zum Jazz besonders, aber auch durch den Spaß am gemeinsamen Musizieren. Und durch ihre politische Überzeugung, in der sie nicht so weit voneinander sind. „Drei von uns Sechs sind Mitglied bei den Grünen“, erzählt Schlagzeuger Günter Logé. Der Taktgeber selbst ist einer der Sprecher der Partei im Germersheimer Kreistag.

Insofern wundert es nicht, dass „Miri in the Green“ mit einem Auftritt bei den Kandeler Demonstrationen gegen das rechte „Frauenbündnis“ von Marco Kurz Flagge zeigt und bei „Wir sind Kandel“ spielte. „Das wird sicher noch das ein oder andere Mal der Fall sein“, sagt Logé. Dabei ist es für ihn auch okay, dass die Band ihre Lautsprecheranlage den Rednern gegen Rechts zur Verfügung stellt. „Denn auch wenn wir sicher keine primär politische Band sind, so erschien es uns gerade in Kandel mit all den Demos gegen eine tolerante Gesellschaft wichtig und notwendig, Farbe zu bekennen für eine tolerante und offene Gesellschaft und gegen Hass“, begründet Schlagzeuger Logé das Engagement. Und erzählt weiter: „Wie es in einem unserer Songs heißt: ’Die Welt tanzt am Abgrund und daher müssen wir uns um sie kümmern’ (the world is dancin’ on the edge, we all should worry about our world).“ Nicht im Hass und in der Diffamierung liege unsere Zukunft, sondern im gemeinsamen Einstehen für eine bessere, buntere Welt. Da seien sich die Bandmitglieder absolut einig. Los ging die Bandgeschichte als spontanes Spaßprojekt 2014. „Daraus hat sich schnell eine überaus kreative und gut eingespielte Bandformation entwickelt“, ist der Drummer überzeugt. Eine Formation, die im Frühjahr mit „Sunday Afternoon“ ihre erste CD mit eigenen Songs vorgelegt hat. Miriam Kühnel am Gesang und an den Tasteninstrumenten (Keyboard, Akkordeon) ist mit Ihrer ausdrucksstarken Stimme das atmosphärische Zentrum der Musik von „Miri in the Green“. Sie wird unterstützt von fünf Musikern und einer Vielzahl von Instrumenten (Akkordeon, Klavier, Orgel, Gitarre, Mandola, E-Gitarre, Saxofon, Kontrabass, Ukulele und Schlagzeug). Der Bandsound hat Elemente aus Folk, Rock, Jazz und Chanson, die zu einem bunten Cocktail gemischt werden. Ulrich Gehrlein an diversen Saiteninstrumenten (Gitarre, Mandola, Banjolele) und Jürgen Zimmermann an Kontra- und E-Bass unterstützen dies immer frisch, songdienlich und durchaus fest. Das energiegeladene Saxofonspiel von Reinhard Andre setzt Akzente und belebt zusammen mit der Leadgitarre von Thomas Herzig die Musik von „Miri in the Green“. „Als immer mehr eigene Songs dazukamen, nahm ’Miri in the Green’ die CD auf“, schreibt Günter Logé im begleitenden Text zur CD. Die CD mit dem Titel „Sunday afternoon“ wartet mit elf eigenen Songs auf. Vielschichtig wie die Themen der Lieder ist auch die Musik. Hier den Vergleich mit anderen Musikern zu bemühen, fällt selbst den Bandmitgliedern schwer. Sie sehen sich „irgendwo zwischen Folk, Rock, Chanson und einer Prise Jazz“. Info Die CD gibt es auf Spotify und anderen Streaming-Diensten oder bei Konzerten der Band. Am 9. November spielt „Miri in the Green“ in der Dorfschänke in Karlsruhe und am 24. November in Leimersheim in der Rheinschänke.

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