Kreis Germersheim Der Auflieger ist leer

Mindestens in zweier Teams kontrollieren die Bundespolizisten die Lkws – vor allem zur Eigensicherung.
Mindestens in zweier Teams kontrollieren die Bundespolizisten die Lkws – vor allem zur Eigensicherung.

«Lauterbourg/Bienwald.» Erneut hat die Bundespolizei Auto- und Lkw-Fahrer kontrolliert, die die offene Grenze zwischen Frankreich und Deutschland überquerten. 34 Polizisten, verteilt auf mehrere Teams, waren von 8 bis 16 Uhr im Einsatz. Gesucht wurden illegal einreisende Flüchtlinge, die in Spanien europäischen Boden betreten haben.

Kurz nach dem Grenzübergang Bienwald, wo die zweispurige französische Autobahn 36 zur Bienwald-B 9 wird, bremst ein Bundespolizist in gelber Warnweste mit seiner Kelle den Verkehr auf Schrittgeschwindigkeit ab. Die Augen hinter der verspiegelten Sonnenbrille sind nicht zu sehen. Ein Lkw-Fahrer schaut gelangweilt aus dem halb geöffneten Seitenfenster auf die Kontrollstelle herunter, zieht an seiner Zigarette und beschleunigt, als er nicht zum Stopp aufgefordert wird. „Manchmal haben wir einen Kollegen auf der Brücke stehen, der von oben auf die Sattelzüge blickt und uns Verdächtiges mitteilt“, sagt Carsten Brüning von der Bundespolizei aus St. Augustin. Manchmal nutzen Flüchtlinge langsam fahrende oder stehende Auflieger aus und springen auf. Um ins Innere zu gelangen würden auch Planen aufgeschnitten. „Wir benötigen Indizien, um handeln zu können“, sagt Brüning weiter. „In der BASF in Ludwigshafen wurden schon Auflieger entdeckt, deren Planen aufgeschlitzt waren und Lebensmittel von illegal Mitreisenden zurückgelassen worden waren“, sagt Mario Rickhof, Pressesprecher der Bundespolizei in Kaiserslautern. Wenn eine Plane oben aufgeschnitten ist, dann ist das Brüning zufolge auch ein Indiz dafür, dass der Lkw-Fahrer unter Umständen gar nichts von Blinden Passagieren auf seinem Sattelzug weiß. Mehrere Autos mit Deutschen und niederländischen Kennzeichen, mit und ohne Wohnwagen, passieren die Kontrollstelle. Dann senkt sich die Kelle und ein braun gebrannter Autofahrer mit weißen Haaren wird in seinem BMW mit DA-Kennzeichen gebeten, anzuhalten. Seine Beifahrerin greift zur Handtasche. Die beiden sehen nicht wie typische Schleuser aus. „Manchmal werden Autos herausgewunken, um den Verkehr auszubremsen, wenn die Fahrer zu schnell in die Kontrollstelle fahren“, erklärt Brüning. Wenige Sekunden später darf das Paar seine Fahrt fortsetzen. Im Gegensatz zu einem Sattelzug aus Spanien, der muss ranfahren. Nach einem kurzen Gespräch mit den Bundespolizisten steigt er aus dem Fahrerhaus und öffnet die Hecktür. Er lacht, der Auflieger ist leer. Wahrscheinlich hatte er das gesagt, doch Kontrolle ist besser. „Wir müssen europäische Vorgaben erfüllen und die Bürger vor Gefahren schützen“, sagt Brüning. Er bezieht sich dabei auf das Abkommen von Schengen und die offenen Grenzen. Gleichzeitig darf nicht illegal eingereist werden. Ein Spagat. „Am Ende zählt das Ergebnis“, sagt Brüning. Ein Minibus mit kroatischen Kennzeichen und asiatischen Mitfahrern wird gestoppt. Nun werden alle Pässe überprüft. Alles ist korrekt, die Indonesier haben ein Visum und sind als Reisegruppe in Europa unterwegs. Weiterfahren. Ein weiterer Kontrolltrupp stößt zu den Polizisten hinzu. Nun können mehrere Lkws gleichzeitig überprüft werden. „Weitere Trupps haben wir am Grenzübergang in Neulauterburg und Schweigen sowie in Hornbach“, sagt Rickhof. So werde an mehreren Stellen gleichzeitig kontrolliert. Am Übergang in Neulauterburg wurde ein mit Haftbefehl gesuchter Serbe bei der Einreise gehindert. Ihm werden Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz vorgeworfen.

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