Kreis Germersheim Dennis Nitsche wird neuer Bürgermeister

„Eine Überraschung, ich bin begeistert“, kommentierte SPD-Kandidat Dennis Nitsche gestern Abend kurz vor 21 Uhr seinen Wahlsieg. Allerdings war schon Wochen vor dem Wahltag auffällig, dass zwar Vertreter aller Parteien bei der Wörther Bürgermeisterwahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nitsche und Gröger erwarteten. Aber dabei machten Sozialdemokraten einen hoffnungsvollen Eindruck, während Christdemokraten eher besorgt drein schauten. Im Grunde gingen aber alle Beobachter davon aus, dass eine Stichwahl notwendig wird. Schon allein wegen der Kandidatur des parteilosen Bernhard Schweickert schien es unwahrscheinlich, dass ein Kandidat schon gestern Abend die absolute Mehrheit erreicht. Aber die Hoffnung ließen sich die Wörther Sozialdemokraten dadurch nicht nehmen. Das war auch gestern Abend im Foyer der Festhalle deutlich zu sehen. Dort wurden die aktuellen Wahlbezirksergebnisse und Zusammenfassungen aus Wörth an die Wand projiziert. Unter den am Ende rund 120 Zuschauern überwogen von Anfang an SPDler. Der CDU-Kandidat Gröger kam später und stand lange Zeit fast alleine da. Am Ende wunderte es fast nicht mehr, dass Gröger nach seiner Wahlniederlage von einem weinenden und einem lachenden Auge sprach. Lachend deshalb, weil jetzt die ganze Abspannung von ihm abgefallen sei und er wieder mehr Zeit für private Dinge habe. „Ich bin froh, dass wir ein eindeutiges Ergebnis haben“, gab sich Gröger als guter Verlierer. In der Stadtverwaltung könne er auch in Zukunft Gutes für die Stadt bewirken – er arbeitet dort als Facility Manager. Nitsche, der ab 1. Juli Grögers Chef sein wird, bedankte sich bei ihm für einen fairen Wahlkampf. Er betonte, dass in den vielen Gesprächen mit den Bürgern die Sachthemen im Vordergrund standen. Als erstes wolle er sich nach der Amtseinführung um das Thema „Lebensqualität“ kümmern, sagte Nitsche. Ein weites Feld, zu dem er beispielsweise die Neuordnung des Wörther Altorts zählt. Schnelle Erfolge seien dabei nicht zu erwarten, sagte Nitsche. Aber gerade deshalb sei es wichtig, dass diese Themen schnell angegangen werden. (lap)