Wochen-Spitzen
Danke für nichts!
Impfungen: Angebote sind wichtig – egal von wem
„Es ist nicht die Aufgabe der Sportvereine, um Impfungen durchzuführen.“ Das schreibt ein Leser in den sozialen Medien zum RHEINPFALZ-Bericht, dass Sportjugend und TB Jahn , den Impfbus nach Zeiskam geholt haben. Hat er recht? Wer bestimmt überhaupt, was wessen Aufgabe ist? Ist die Initiative Einzelner oder der von Vereinen/Verbänden, die unterstützen wollen, nicht vielmehr sinnvoll, in einer solchen Krisensituation wie der aktuellen, in der noch dazu nicht alles rund läuft? Die Nachfrage nach Impfungen ist groß. Das zeigt die Resonanz auf die diversen Angebote (nicht nur) im Landkreis Germersheim, nicht zuletzt auf das des wieder eröffneten Landesimpfzentrums in Wörth. Viele Menschen haben angesichts der steigenden Infektionszahlen und einer neuen Virusvariante, die aus Afrika kommt, Angst. Stimmen, die eine Impfpflicht fordern, werden immer lauter. Viele Skeptiker lassen sich, vielleicht auch nur wegen der verschärften Regeln am Arbeitsplatz, plötzlich doch impfen. Viele schauen, wie sie an ihre Auffrischungsimpfung kommen. Dafür stehen sie sogar oft stundenlang Schlange in der Kälte, teilweise vergebens, weil der Impfstoff nicht ausreicht. Da ist es doch zweitrangig, wer etwas tut, spielen Zuständigkeiten eine untergeordnete Rolle, Hauptsache es wird getan. Schließlich wollen doch alle so schnell wie möglich wieder so viel Normalität wie möglich, wollen gesund bleiben, wollen Freunde und Verwandte treffen, wollen leben, wollen ihr Leben genießen – und das anderer schützen.
Advent: Noch Zeit zum Geschenke kaufen
Haben sie schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen? Nein? Machen Sie sich nichts daraus. Niemand, den ich kenne, ist Anfang Advent schon fertig mit seinen Besorgungen, ich natürlich schon gar nicht. Dabei ist nicht einmal das Geld das Problem und die Zeit würde man sich gerne nehmen, wenn man nur wüsste, was man kaufen soll.
Wir Männer sind mit dem Schenken ohnehin hoffnungslos überfordert und können nur staunen, wie die Frauen immer wissen, wer was braucht und wo man es bekommt. Vielleicht lassen wir uns sogar einmal herab, fahren mit ihnen in die Stadt und verabreden, wann und wo wir uns wieder treffen. Dann gehen sie durch die Kaufhäuser und wir über den Weihnachtsmarkt, trinken einen Glühwein, essen eine Bratwurst oder gehen so lange in ein Café.
Schon wenn man als Mann überlegt, was man gerne hätte zu Weihnachten, ist man rettungslos verloren. Wenn einem aber für sich selbst schon nichts einfällt, fällt einem für andere gleich gar nichts ein. Jede Woche fährt man mit großen Hoffnungen los und kommt mit leeren Händen wieder heim. An Heiligabend kurz vor Toresschluss werden ein paar Sachen zusammengekauft, dass man nicht nackt dasteht. Wahrscheinlich haben sie deshalb sogar schon einmal mit Ihrer Frau verabredet, dass sie sich gegenseitig nichts mehr schenken zum Fest, weil ja ohnehin jeder hat, was er braucht. Aber seien sie vorsichtig, das ist ein typisch männlicher Vorschlag. Halten Sie immer etwas im Hintergrund. Ewig bleibt mir der Freund in Erinnerung, der zusammen mit seiner Frau die Kinder bescherte, ihnen beim Auspacken fröhlich zusah und glücklich nickte: Ja, wir beide wollten uns ja nichts schenken! Nun, eine Kleinigkeit, meinte sie, gab ihm ein Päckchen und rief ganz entsetzt: Was? Du hast nichts? Wirklich überhaupt gar nichts?
In diesem Jahr war das Fest für die beiden gelaufen. In den nächsten Jahren schenkten sie sich wieder nichts – außer ein paar Kleinigkeiten natürlich.
Daimler: Truck oder Trucks oder was?
Die Daimler AG spaltete diese Woche ihr Lkw- und Bus-Geschäft in die Daimler Truck AG ab. Das freut auf jeden Fall die Schildermaler, die allerdings längst nicht mehr malen, sondern spezielle reflektierende Folien bedrucken und aufkleben. Auf den Wegweisern an den Straßen rund um Wörth waren schon einige Firmennamen als Hinweis auf das große Lastwagenwerk zu lesen – mindestens folgende: „Mercedes-Benz“, „Daimler-Benz“, „DaimlerChrysler“, dann nochmals „Mercedes-Benz“ – und was kommt jetzt? „Daimler Truck“ wie die Firma oder „Daimler Trucks“ wie der Geschäftsbereich? Bald sollten wir es sehen.
Online-Sitzung: Danke für nichts!
„Die Presse hat ja jetzt was zu schreiben“, tönte Stadtbürgermeister Christian Hutter (CDU) am Donnerstagabend geradezu herausfordernd ins Off, als erwarte er für das Geleistete jetzt geschriebenes Lob. Nicht dass der Stadtrat bei seiner Online-Sitzung etwas Bahnbrechendes beschlossen oder auch nur einen Punkt auf seiner Tagesordnung abgehakt hätte. Man traf keine Grundsatzentscheidung zur angedachten Übernahme des Ex-Hauptschulbaus im Tausch gegen das Verwaltungsgebäude. Und auch keinen Beschluss, die Kartei-Leiche eines Minikreisels nach 15 stillen Jahren endlich von der Agenda zu nehmen. Nein, warum die Presse laut Hutter „ja jetzt was zu schreiben“ hatte, war ein anderer: Es gab (mal wieder) technische Probleme bei der Durchführung einer Online-Sitzung. Mehr als 15 Minuten versuchten Ratsmitglieder und Zuhörer, sich im Videokonferenzsystem einzuwählen. Ständig gab es neue Wasserstandsmeldungen, wer gerade an der Einwahl scheiterte und wer es ganz aufgegeben hatte.
Ob es (mal wieder) an der zu geringen Anzahl an Teilnehmerlizenzen lag? Endgültig nachvollziehen konnte das keiner. Es fiel nur auf, dass die Zahl der Sitzungsteilnehmer wohl stets bei 25 lag… Um 19.21 Uhr fiel der einzige Beschluss des Abends: Die Sitzung wird vertagt.
Ein schönes Wochenende
Michael Gottschalk, Hermann J. Settelmeyer, Markus Burck, Andreas Betsch