Kreis Germersheim Dampfnudeln – der Kinder wegen

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Kandel. „Was tut man, wenn man zwar einen sicheren und auch gut bezahlten Job hat, jedoch mit den Begleitumständen nicht mehr klarkommt?“ Philipp Lausterer, 36 Jahre alt und zweifacher Vater, sah sich nach einigen Berufsjahren mit dieser Frage konfrontiert. Und fand eine Lösung: Seit Anfang 2015 ist er mit seinem eigenen Dampfnudelstand unterwegs.

Dem Diplombetriebswirt standen nach seinem Studium Tür und Tor offen. In der Bank- und Versicherungsbranche, für die er sich entschied, wurde auch gutes Geld gezahlt. „Meine Arbeit, bei der ich vor allem Großkunden aus der Industrie betreuen musste, hat mir zunächst viel Spaß gemacht, zumal sie auch sehr verantwortungsvoll war“, so Lausterer heute. Doch im Laufe der Zeit musste er feststellen, dass der Spaß an seinem Job immer mehr nachließ und dass sein Berufsfeld „nicht mehr meine Welt war“. Ganz bewusst wurde ihm dies als er merkte, dass er wegen der langen Arbeitszeiten – zwölf Stunden am Tag waren die Regel – und den überhand nehmenden mehrtägigen Dienstfahrten kaum noch Zeit für seine Familie und vor allem für seine beiden Kinder hatte. Wie konnte man da etwas ändern? Lausterer dachte nach – und fand die Lösung: Er wollte sich selbstständig machen. Allerdings wollte er kein finanzielles Risiko eingehen und außerdem musste auch seine Ehefrau Nadine dabei „mitspielen“. Gemeinsam überlegten nun die Eheleute, was da für sie in Frage käme. Schließlich entschied man sich für einen fahrbaren Dampfnudelstand. „Dass ich für mein Leben gerne Dampfnudeln esse war jedoch nicht ausschlaggebend“, so Lausterer lachend. „Ich habe vielmehr alles genau geprüft und durchgerechnet“. Noch bevor er seinen Job kündigte hat er dann die für seine künftige Tätigkeit notwendigen Schritte eingeleitet und die Gerätschaften besorgt. Für den mobilen Dampfnudelstand hat er sogar die Einrichtung entworfen und zum Teil auch selbst eingebaut. Und selbstverständlich haben er und seine Frau auch „Probedampfnudeln“ gebacken und Rezepte für die Wein- und Vanillesoße und den Gulasch erstellt, die mit den Dampfnudeln angeboten werden. Alle drei Soßen werden im Haus Lausterer hergestellt. Die Dampfnudel-Rohlinge dagegen, für die Lausterer sogar das nach seinem Geschmack am besten geeignete Mehl ausgesucht hat, stammen „vom Bäcker seiner Wahl“. Gebacken werden sie von Nadine Lausterer im Stand, so dass sie stets frisch angeboten werden können. Im Januar dieses Jahres war es dann soweit und die Lausterers konnten ihren Wagen erstmals aufstellen und ihre Dampfnudeln anbieten. Nicht alle dafür ausgesuchten Plätze waren jedoch geeignet. Inzwischen haben die beiden feste Plätze in Kandel, Wörth und Berg gefunden. Mit der Nachfrage ist Familie Lausterer mehr als zufrieden, es kommen immer mehr junge Frauen mit Kindern sowie Angehörige der Jahrgänge 60 plus zum Dampfnudel kaufen. Bestellt wird der Dampfnudelstand aber auch zu „Tagen der offenen Tür“, bei Firmenjubiläen oder bei Vereins- und Familienfesten, einmal wurde er sogar zu einer Hochzeit geordert. Bleibt noch die Frage, ob man von dem Dampfnudelgeschäft auch leben kann. Lausterer beantwortet sie ohne Zögern mit einem überzeugenden Ja. Sicher hatte er bei seinem früheren Job mehr Geld im Geldbeutel. Doch da er jetzt viel mehr Zeit für seine Kinder hat ist das mehr als ausgeglichen. Und damit er auch stets an seine Kinder denkt, hat er seine Firma nach ihnen „Emma & Paul“ genannt. Termin Der Wagen steht jeweils von 11 bis 14 Uhr montags in Kandel (Autohaus Tretter), donnerstags in Wörth (gegenüber von Aldi) und freitags in Berg (Einkaufszentrum bei Neulauterburg).

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