Wörth / Maximiliansau RHEINPFALZ Plus Artikel Daimler-Lkw: Aus der Montagehalle direkt auf die Schiene

Bis das neue Terminal gebaut ist, werden die Lastwagen noch im Wörther Hafen verladen.
Bis das neue Terminal gebaut ist, werden die Lastwagen noch im Wörther Hafen verladen.

In Maximiliansau gehören sie zum Straßenbild: die nagelneuen Lastwagen mit dem roten Nummerschild. Doch das soll bald Vergangenheit sein. Spätestens dann, wenn die Zeltmann Kfz-Transfer GmbH ihr neues Verladeterminal gebaut hat. Bis dahin müssen aber noch ein paar Hürden genommen werden.

Rund 36.000 Quadratmeter groß ist die Fläche, auf der die Zeltmann Kfz-Transfer GmbH eine neue Verladestation bauen will. Das Gelände liegt in der Gewanne „Im Kühgrund“ im Ortsbezirk Maximiliansau an der zweigleisigen Schienentrasse hinter dem Maximiliancenter. Dass Zeltmann dort bauen möchte, ist schon seit ein paar Monaten bekannt, inzwischen hat das Unternehmen das Gelände gekauft. Am Donnerstag waren Zeltmann-Niederlassungsleiter Sven Beckmeier und einige Mitarbeiter des Ingenieurbüros Schönhofen in die Sitzung des Ortsbeirats Maximiliansau gekommen, um die erste Zustimmung für ihre Pläne einzuholen. Alles muss nun seinen planungs- und baurechtlichen Weg gehen. Der Ortsbeirat war das erste Gremium, das der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmte und einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fasste.Auch wenn die Planung noch in den Kinderschuhen steckt, machte Beckmeier deutlich, dass man zügig vorankommen möchte.

Zeltmann ist eine 100-prozentige Tochter von Vegatrans aus Salzburg, einem europaweit tätigen Dienstleister im Bereich Nutzfahrzeuglogistik. Daimler gehört seit über 30 Jahren zu den Kunden von Vegatrans. Seit 2017 be- und entlädt Zeltmann seine Züge im Wörther Hafen. In der Regel sind es zwei rund 500 Meter lange Güterzüge pro Woche. Überwiegend fahren sie von Wörth aus in Richtung Italien, nach Triest. Nur knapp ein Viertel der Züge verlässt den Bahnhof Wörth nordwärts.

Planung steckt noch in den Kinderschuhen

Bisher existiert nur eine Vorplanung für das Verladeterminal. Klar ist, dass an das bestehende Gleis der Deutschen Bahn zwei Weichen angebaut werden müssen, informierten die Ingenieure. Über die Weichen sollen die Züge auf das rund 550 Meter lange Zeltmann-Gleis gelangen, das auf dem Gelände entstehen wird. Es gebe Güterzüge, die deutlich länger seien als 550 Meter, bemerkte Egon Förster (CDU): „Wird dann irgendwann ein längeres Gleis gebaut werden müssen?“ Das verneinte Beckmeier: „Unsere meisten Züge fahren in Richtung Süden über die Alpen, da ist nicht mehr möglich.“

Gebaut werden auch ein Gebäude für Büros und Sozialräume und: eine Privatstraße. Diese kurze Straße führt direkt auf das Werksgelände von Daimler Truck. So gelangen frisch produzierte Trucks ohne Umwege zur Verladestation. „Heißt das, dass künftig Lastwagen mit rotem Nummernschild nicht mehr durch den Kreisel fahren?“, fragte Marianne Barczewski (SPD). „So ist es. Die Lkws werden nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren“, sagte Beckmeier. Perspektivisch werde auch der Standort am Rhein nicht mehr gebraucht, wo derzeit noch Lastwagen zwischengelagert werden.

Auf der Suche nach Ausgleichsflächen

Die Zahl der festen Mitarbeiter von Zeltmann ist von 45 im Jahr 2019 auf jetzt 80 gestiegen. Außerdem arbeitet Zeltmann mit rund 110 Subunternehmern zusammen, meist selbstständige Fahrer; vor drei Jahren waren es noch 60. „Durch das Verladeterminal werden rund 15 neue Arbeitsplätze entstehen“, beantwortete Beckmeier eine entsprechende Frage aus dem Ortsbeirat.

Auch wenn die Detailplanungen erst noch bevorstehen, ist jetzt schon klar, dass die Ingenieure ein Riesenproblem lösen müssen. Die rund 36.000 Quadratmeter große Fläche ist eine Ausgleichsfläche für das Fachmarktgelände. „Das bedeutet, dass wir fast das Doppelte an Ausgleichsfläche benötigen“, sagte einer der Planer. „Wir wissen, dass es hier in der Gegend sehr schwierig wird, entsprechende Flächen zu finden.“

Am kommenden Donnerstag wird sich der Bauausschuss der Stadt mit den Plänen beschäftigen, danach muss der Stadtrat der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Bebauungsplan „Im Kühgrund“ zustimmen, bevor Zeltmann das Projekt weiter vorantreiben kann.

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