WÖRTH / KREIS GERMERSHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Corona: Schüler stellen kritische Fragen

Die Schüler hatten großes Interesse an der Diskussionrunde im Internet.
Die Schüler hatten großes Interesse an der Diskussionrunde im Internet.

Kommt eine Impfpflicht für Schüler? Das war eine der Fragen, die Schüler bei einer digitalen Gesprächsrunde Staatssekretär Thomas Gebhart und Matthias Wölfel vom Gesundheitsamt stellten. Die beiden Fachleute äußerten sich auch zur Zukunft der Maskenpflicht.

Das Interesse war groß: Etwa 90 Schüler nahmen an der ersten Videokonferenz der Schülervertretung (SV) des Europa-Gymnasiums Wörth teil, die von Laura Höfler und Noah von der Heyden (beide Jahrgangsstufe 12) souverän moderiert wurde. Zunächst wurden Fragen an den Parlamentarischen Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Thomas Gebhart (CDU) weitergeleitet. Gebhart freute sich über den Kontakt mit seiner ehemaligen Schule, an der er 1991 Abitur gemacht hatte und legte gleich bei der ersten Frage ausführlich los. „Das sind keine Sonderrechte. Es werden nur bestimmte Grundrechtseinschränkungen wieder folgerichtig aufgehoben, die nicht mehr gelten“, sagte er. Zudem würden im Sommer auch Jugendliche geimpft werden. Auch für sie werde das eine freiwillige Angelegenheit sein. „Es gibt keine Impfpflicht – auch nicht für Jugendliche“, betonte er.

Neben den nächsten Lockerungsschritten interessierte die Schüler vor allem die Digitalisierung. „Was sich in der Pandemie bewährt hat, muss beibehalten werden“, sagte Gebhart. „Bestimmte digitale Formen wie das Beispiel der heutigen Videokonferenz oder Teile des Homeschoolings müssen erhalten bleiben.“ Er verwies dabei auch auf die kommende elektronische Patientenakte im Gesundheitswesen. „Die Vorteile der Digitalisierung sind zu beachten, aber Grundkompetenzen in der Schule dürfen nicht vernachlässigt werden“, mahnte er.

Wie lange bleibt die Maskenpflicht?

Auch das Thema Urlaub beschäftigte die Jugendlichen: Warum war dieser an Ostern auf Mallorca möglich, aber nicht im Schwarzwald? Diese Reisen werden auch noch im Sommer möglich sein, sagte Gebhart. „Und wann fällt die Maskenpflicht?“ Die Maskenpflicht werde als eine der letzten Maßnahmen fallen, sagte der Politiker.

Zu diesem Thema sagte in der zweiten Diskussionsrunde Matthias Wölfel vom Gesundheitsamt des Landkreises, dass es „vielleicht zur Routine werde, die Maske in Grippezeiten, auf dem Flughafen, Bahnhöfen oder an Bushaltestellen zu tragen.“

Die Schüler wollten vom Fachmann aus dem Gesundheitsamt auch wissen, warum sie sich nicht zuhause testen, sondern in der Schule. „Das Testen zuhause ist sicher bei vielen Familien kein Problem, aber nicht bei allen. Da gibt es ohne Kontrollmöglichkeit bestimmt eine Unsicherheit, Graubereiche“, sagte der Mediziner. Er sieht in den Schulen aufgrund der Masken und Tests keine großen Probleme, ganz im Gegensatz zu den Kitas. Für ihn ist auch nicht die Frage „Was darf ich?“, sondern „Wie kann ich persönlich etwas mit einfachen Mitteln gegen die Pandemie tun?“ – „Ganz einfach: Maske, Abstand, Testen, Lüften.“

Diskussionsleiterin Laura bedankte sich bei den beiden Fachleuten und den Schülern: „Das war eine konstruktive Plattform mit sinnvollen Fragen und Antworten, im Gegensatz dazu, wie es oft in den sozialen Medien zugeht.“ Am Mittwoch waren die Landesschülervertretung und der Sozialarbeiter des EGW, Alexander Frankenfeld an der Reihe, Alle Runden standen unter dem Thema „Situation der Schüler in der Corona – Pandemie“.

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